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Europäische Digitale ID

You’ll Never Walk Alone

„Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken.“
Peter Ferdinand Drucker – US-amerikanischer ÖkonomWenn Du nach den wichtigsten Nachrichtenthemen der letzten Monate gefragt wirst, was fällt Dir spontan ein? Ist es die Klimakrise, der Ukraine-Krieg, die Energiekrise, die steigende Inflation, die Bankenkrise, das Verbrenner-Aus, das Verbot von Gas- und Ölheizungen oder die täglichen Highlights der Shootingstars der Bundesregierung oder aber auch die eine oder andere Weisheit aus der lokalpolitischen Ecke? Diese Liste kann man täglich neu definieren.
In diesem multimedialen „Panoptikum“ erscheint der Beitrag der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen vom September 2020 zu dem Thema „Europäische Digitale Identität“ eher langweilig, nichtssagend und zum Vergessen prädestiniert.
Noch einmal zum Nachlesen: „… Aus diesem Grund wird die Kommission demnächst eine sichere europäische digitale Identität vorschlagen. Eine, der WIR vertrauen, und die Bürgerinnen und Bürger überall in Europa nutzen können, um alles zu tun, vom Steuern zahlen bis hin zum Fahrrad mieten. Eine Technologie, bei der WIR selbst kontrollieren können, welche Daten wie verwendet werden.“
Das klingt alles harmlos und positiv. Aber wer mit WIR gemeint ist, wird leider nicht erklärt. Das versucht Bundesfinanzminister Cristian Lindner, der dieses „Schlüsselprojekt mit Macht vorantreiben“ will (bzw. muss), zwei Jahre später etwas genauer zu erklären.
Pressekonferenz nach der Kabinettsklausur in Meseberg am 31.08.2022
Quelle: ZDFheute Nachrichten (https://www.youtube.com/watch?v=OtCvcSWibE0)Wenn sich das Bundesfinanzministerium für dieses Thema begeistern lässt, dann wäre es ratsam, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken, bevor das Thema uns mehr Aufmerksamkeit schenkt.
Nach dem Motto „Traue keinem Politiker“ ist es naheliegend, nach weiteren Details zum Thema „Digitale Identität“ bei denjenigen zu suchen, die für die konkrete technologische Umsetzung verantwortlich sind. Diese Suche führt uns direkt zu dem französischen High-Tech Konzern THALES, der bei vielen staatlichen Digitalprojekten auf Regierungsebene weltweit eine Schlüsselrolle spielt.
Die THALES Group mit Sitz in Paris ist ein börsennotierter Rüstungskonzern mit Fokus auf folgenden Geschäftsbereichen: Rüstungsindustrie, Luft- & Raumfahrttechnik und Digitale Identität & Sicherheit.
Der Bereich Digitale Identität & Sicherheit umfasst Kernkompetenzen in den Technologiesegmenten Biometrie, Datensicherheit und Verschlüsselung.
Aus der Sicht des Benutzers ist der technologische Dreh- und Angelpunkt der europäischen digitalen Identität und der eID-Karte, auch digitale Brieftasche oder EU ID genannt, das Smartphone. Mit dieser digitalen Geldbörse/Brieftasche können Bürger der Europäischen Union und Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraums verschiedene persönliche (biometrische) Daten und Dokumente mit einer App digital speichern und in allen EU-Mitgliedstaaten nutzen.
Die europäische digitale Brieftasche basiert auf der „Digital ID Wallet“ – einer Systemlösung von THALES. Die praktische Funktionsweise ist in diesem Werbevideo von THALES kurz und knapp zusammengefasst.
Was will uns diese Werbung eigentlich sagen und subtil übermitteln?
Wir lernen die junge attraktive Frau mit dem Namen Lucy kennen. Warum Lucy und nicht Angela, Ursula, Annalena, Nancy, Lisa, Steffi, Bettina, Svenja oder Klara?
Den Namen Lucy kann man mit dem gleichnamigen Action- und Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2014 assoziieren. In dieser fiktiven Story steigert die 25-jahrige Studentin Lucy durch eine hohe Dosis einer Drogensubstanz die Leistungsfähigkeit ihres Gehirns rapide und kann immer mehr Anteile ihrer „Gehirnkapazität“ nutzen. Nachdem Sie Ihre Gehirnleistung auf 100 % gesteigert hat, verschmilzt der Körper von Lucy mit sämtlichen Geräten eines wissenschaftlichen Labors zu einem neuartigen Supercomputer. Dabei macht Lucy eine Zeitreise bis zu den Ursprüngen des Universums. Sie trifft dabei ihre Namensvetterin Lucy, die vor ca. 3,2 Millionen Jahre gelebt hat und in der menschlichen Evolutionstheorie häufig als das fehlende Bindeglied zwischen Affe und Mensch bezeichnet wird. Nach dieser biblischen Begegnung zerfällt der Supercomputer und die Stimme von Lucy verkündet „I AM EVERYWHERE (Ich bin überall). Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt. Macht etwas daraus!“
Soll uns die THALES-Lucy auf den nächsten Meilenstein unserer evolutionären Entwicklung einstimmen?
Sie ist auch noch Psychologiestudentin. Die Psychologie, auch Seelenkunde genannt, ist eine empirische Wissenschaft, deren Ziel es ist, menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklären. Psychologen befassen sich mit dem Erleben, Verhalten und Bewusstsein von Menschen.
Will man dem Zuschauer suggerieren, dass man dieser „evolutionären“ Technologie vertrauen kann?
Im weiteren Verlauf stellt sich die Digitale ID-Brieftasche selbst als praktische Möglichkeit für den Identitätsnachweis und den Identitätsschutz vor. Mit Ihrer Hilfe kann jetzt die Regierung besser mit uns kommunizieren. Und als erstes wird man an seinen nächsten Termin für die Pflichtimpfung erinnert.
Für den Zuschauer erscheint das Digitale ID Wallet „wie ein «guter Hirte», deren Aufgabe es ist, «über die man wacht, Gutes zu tun»“. Das ist ein klassischer Fall von moderner Biopolitik und Gouvernementalität. Eine detaillierte Erläuterung dieser Macht- und Regierungstechniken zur Überwachung und Lenkung des Verhaltens von Subjekten und Kollektiven finden man in dem Beitrag „Die Corona-Pandemie – Möge die Bio-Macht mit Dir sein“.
Im biopolitischen Sinne wird die Bevölkerung in erster Linie als „Produktionsmaschine zur Erzeugung von Reichtum, Gütern und weiteren Individuen“ betrachtet. Die Biopolitik sorgt für Rahmenbedingungen, die der Produktionsmaschine nützlich sind. Dabei wird das Individuum nach seiner Nützlichkeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Zustände bewertet. Zu diesem Zweck wird der Einzelne immer an einer Norm gemessen.
Dafür braucht die Obrigkeit sehr viele Informationen, um alles über z.B. „Ressourcen, Einwohnerzahl, Reichtum, Wohnverhältnisse, Kaufverhalten, Mobilität, Ausbildungsstand, Qualifikationen, Konsumverhalten, Krankheitshäufigkeit, und Gesundheit der Einwohner eines Staates zu erforschen“. Als Ergebnis der Auswertung dieser Daten definiert die Biopolitik verschiedene Regulierungsmechanismen (Normen). Die Biopolitik beschäftigt sich mit der Lebensführung, reguliert und kontrolliert diese durch die Festlegung von Idealen und Normen. Die Aufgabe der Bürger ist es, diesen Normen bestmöglich zu entsprechen, Abnormales zu korrigieren und im Idealfall gänzlich zu vermeiden.
Mit anderen Worten teilt uns das Digitale ID-Wallet mit, dass es ein effizientes und für die Obrigkeit ein kostengünstiges Werkzeug ist, uns zeitnah über Regulierungsmechanismen (Normen) zu informieren und uns an deren Einhaltung zu erinnern. (Hier am Beispiel einer Pflichtimpfung.) Das setzt natürlich voraus, dass die Obrigkeit auch genaustens über unsere elektronischen Patientenakten Bescheid weiß.
Diese soll übrigens ab Ende 2024 für alle Bürger verbindlich werden. „Wer nicht ausdrücklich widerspricht, ist automatisch dabei.“
Und wie die Biopolitik mit denjenigen umgeht, die den festgelegten Normen nicht entsprechen, wurde bereits in „Die Corona-Pandemie – Möge die Bio-Macht mit Dir sein“ beschrieben.
In dem Werbefilm wird die digitale Brieftasche weiter als Autorisierung zur Teilnahme am Staatsexamen benutzt. Sie „erleichtert“ die Kommunikation mit dem Finanzamt und anderen staatlichen Behörden, und ermöglicht den Zugang zu Finanz- oder Mobilitätsdienstleistungen. Nicht zu vergessen der Link zwischen dem Digital ID-Wallet und der elektronischen Patientenakte beim Arztbesuch. Sogar für den Zugang in eine Kneipe sollte der „gute Hirte“ zur Seite stehen.
„Ja, ich bin Lucys bester Begleiter. Ich beschütze Ihre Identität und amtliche Legitimation, wo immer sie ist. Ich garantiere den sicheren Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Ich erlaube den richtigen Zugang zu den richtigen Daten an die richtige Person. Auch Regierungen vertrauen mir bei der Unterstützung der digitalen Transformation deren Länder.“ – fasst die Digitale Brieftasche am Ende zusammen.
Grob gesagt, ist man durch die Verwendung des Digital ID-Wallets und dem damit verbundenen Zugriff auf seine biometrischen Merkmale fälschungssicher transparent! Und wenn man den Normen, die vom „guten Hirten“ festgelegt werden, nicht entspricht, könnte man – wenn es Hart-auf-Hart kommt – am Ende ganz nackt dastehen.
Bei dem einem oder anderen Kritiker der Corona-Politik der Regierung in den letzten drei Jahren werden dabei Erinnerungen wach.
Dass es sich nicht um reine Firmenwerbung, sondern um knallharte EU-Doktrin handelt, wird in dem offiziellen Dokument von THALES „Welcoming The Wallet“ verdeutlicht. Auf Seite 7 liest man folgendes:
Die ursprüngliche Liste der Sektoren, die die Brieftasche nutzen sollen, lautet wie folgt:
- Verkehr
- Energieversorgung
- Bankwesen und Finanzdienstleistungen
- Soziale Sicherheit
- Gesundheit
- Trinkwasserversorgung
- Postdienste
- Digitale Infrastruktur
- Bildung
- Telekommunikation
Sehr große Online-Plattformen (definiert als Plattformen mit mehr als 45 Millionen durchschnittlichen monatlichen Nutzern in der EU), die sozialen Medien und andere globale Anbieter werden ebenfalls verpflichtet sein, die Brieftasche zu akzeptieren.
„Eine Überprüfung durch die EU-Kommission wird innerhalb von 18 Monaten nach der Umsetzung erwartet. Sollte diese Überprüfung ergeben, dass die Akzeptanz und Annahme nur schleppend verlaufen ist, könnten neue Anstrengungen oder eine strengere Durchsetzung unternommen werden, um die Akzeptanz zu erhöhen.“
Der Countdown läuft:

Quelle: THALES „Welcoming The Wallet“, Seite 9 In Kombination mit der Europäischen Digitalen Identität verwandelt sich das Smartphone in ein spezifisches, technisches Instrument, um Regierungstechniken zur Überwachung und Lenkung sowohl von Kollektiven als auch von einzelnen Individuen umzusetzen. Diese Umsetzung hat zwei Dimensionen:
a) politische Dimension
Definierte Sicherheits- und Vorkehrungsregeln wirken dabei als Kontrollmechanismus der Bevölkerung, um Gefahren zu erkennen und so weitreichend wie möglich auf die Handlungsweisen der Bevölkerung und freien (kollektiven) Subjekte zu wirken (z.B. Neben Pandemien wird der Klimawandel zunehmend als Gefahrensituation definiert).
b) unternehmerisch-wirtschaftliche Dimension
Da das Smartphone zu einem alltäglichen Begleiter wurde, werden anhand dieses spezifischen Instruments unzählige Daten generiert, die von Unternehmen verwendet werden, um unter anderem das Kaufverhalten oder Lebensgewohnheiten zu prognostizieren und umfassende Maßnahmen zu setzen, damit auf die Art und Weise, wie die Bevölkerung, wie auch (kollektive) Subjekte leben, eingewirkt werden kann.
Die politische Dimension der Überwachung und Kontrolle ist „sichtbar“. Meistens erfolgt sie auf die „harte Go-NoGo“ Weise. Bei fehlender Kompatibilität mit den vorgegebenen Normen folgen unmittelbar Konsequenzen (von Exklusion bis hin zu weitreichenden Disziplinarmaßnahmen).
Die unternehmerisch-wirtschaftliche Dimension wirkt eher subtil, „unsichtbar“ und diskret. Dadurch werden die Ideale und Normen propagiert. Im Vordergrund steht die „Förderung“ derjenigen, die der Norm entsprechen.
THALES hat auch für diese Dimension das passende Werbevideo mit dem Titel „Vertrauenswürdige digitale Leben“ kreiert.
Die Werbestory suggeriert grenzenlosen Spaß und Bequemlichkeit, wenn man sein Leben digitalisiert. Der Schlüssel zu diesem Paradies ist die digitale Erfassung der biometrischen Daten und deren permanente Verbindung mit dem eigenen Bewegungs- und Verhaltensprofil.
Nach der Logik von Michel Foucault, dem Erfinder der Begriffe „Biopolitik“ und „Gouvernementalität“ ist das Ziel, neben dem Erhalt/Aufbau eines globalen Gleichgewichtszustandes, die Sicherheit des Ganzen und dessen Schutz vor inneren Gefahren. Da die Bevölkerung vielfältig ist, geht es zum einen darum, die Gefahren zu erkennen und zum anderen auch darum, eine Form der Regierung zu finden, die so weitreichend ist, dass sie bis in die verborgensten Winkel der Bevölkerung Wirksamkeit zeigt. „Die Bevölkerung zu führen heißt, ihrer globalen Befunde zu führen; die Bevölkerung zu führen heißt, sie gleichermaßen in der Tiefe, in der Feinheit und im Detail zu führen.“
Die Einführung der Europäischen Digitalen Identität stellt die logische Fortsetzung der modernen Biopolitik und Gouvernementalität mit neusten technologischen Mitteln dar. Man schafft dabei die Basis, um weitere immer ausgereiftere künstliche intelligente Systeme zu entwickeln oder zu optimieren, die unser Verhalten auf logisch-mathematische Prozesse reduzieren, um diese auf Grundlage der gewonnenen Daten immer effizienter zu gestalten. Zu diesem Thema empfehle ich dem interessierten Leser den Artikel „6G – Die „kambrische“ Explosion der Künstlichen Intelligenz“.
Die Einführung der Europäischen Digitalen Identität soll vorerst freiwillig sein, d.h. nur auf Wunsch jedes einzelnen Bürgers. Damit sollen erstmal die meisten Skeptiker und Kritiker beruhigt werden. Nach dem Motto – wenn mich etwas nicht betrifft, interessiert es mich nicht.
Man muss jedoch dabei bedenken, dass sich die moderne Gesellschaft nicht mehr ihren Bürgern anpasst, sondern die Bürger orientieren sich an ihrer Gesellschaft. Die Geschehnisse der letzten drei Jahre haben deutlich gezeigt, wie das in der Praxis funktioniert.
Noch einmal zur Erinnerung – sollten „die Akzeptanz und Annahme der digitalen Identität nur schleppend verlaufen, könnten neue Anstrengungen oder eine strengere Durchsetzung unternommen werden, um die Akzeptanz zu erhöhen.“
Während man noch zaghaft versucht, mit der Aufarbeitung der Corona-(Bio)Politik aus den letzten Jahren anzufangen, werden im öffentlichen Raum schon die nächsten Narrative skizziert: Ein festes CO2-Budget pro Kopf – wie ginge das? oder Die Klima-Buße – Warum die Deutschen wollen, dass Klimaschutz wehtut. Aus den Skizzen werden demnächst Normen, an denen jeder Einzelne mit Hilfe von seinen biometrischen Merkmalen fälschungssicher permanent gemessen sein wird.
Inwieweit dann Pamela, Soraya, Carl und Antoine aus dem letzten Werbefilm von THALES noch fröhlich über den Bildschirm springen dürfen, bleibt abzuwarten. Auch „nützliche Idioten“ können „nutzlos“ werden, wenn sich die Norm ändert, an der sie gemessen werden. Aber ich bin mir sicher, dass die Marketingabteilung von THALES auch für solche Fälle das passende Werbevideo haben wird.
Die digitale Brieftasche soll uns in guten und in schlechten Zeiten begleiten, bis das der Tod uns scheidet. Und möge der Weg dorthin mit purer Leidenschaft gepflastert sein – so wie in diesem Song von Police:
Quellen (Stand vom 01.09.2023)
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Die Corona-Pandemie – Möge die Bio-Macht mit Dir sein


Sind Ihnen die Begriffe „Bio-Macht“ bzw. „Biopolitik“ bekannt? Und was haben diese Begriffe mit der Corona-Pandemie zu tun? Beim Versuch die Geschehnisse der letzten drei Jahre zu erklären, entdeckt man erstaunliche Zusammenhänge.
„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“
August BebelErinnern Sie sich noch an die historischen Aussagen der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel?
„Die überwältigende Mehrheit der Menschen hat verstanden, dass es jetzt auf jeden und jede ankommt. Dass jeder und jede seinen Teil dazu beitragen kann, aber auch muss, das Virus aufzuhalten.“
„Bitte ziehen Sie alle mit. Tun sie jetzt das, was richtig ist für unser Land. Zeigen Sie Vernunft und Herz.“ „Ich bin überzeugt: Dieser Gemeinsinn, dieses „Wir treten füreinander ein“ wird uns alle gemeinsam durch diese schwere Zeit tragen.“ [Pressekonferenz]
„Die Pandemie wird nicht verschwinden, bis wir wirklich einen Impfstoff haben.“ [WELT]
„Niemand ist für sich allein geschützt… Ich sage allen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen wollen: Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, dem Sie nahestehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben. Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir sein …“
Ist Ihnen das klare Statement von Bundeskanzler Olaf Scholz im Gedächtnis geblieben?
„Wir werden alles tun, was notwendig ist, es gibt da für die Bundesregierung keine roten Linien. Die Bundesregierung wird nicht einen einzigen Augenblick ruhen, und wir werden jeden nur möglichen Hebel bewegen, bis wir alle unser früheres Leben und alle unsere Freiheiten zurückbekommen haben.“ [yahoo!]
Mit welchen Assoziationen verbinden Sie Schlagzeilen wie:
„Impfen ist und bleibt der einzige Ausweg aus der Pandemie.”
Tim Szent-Ivanyi, Redakteur des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND)„… dass die wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme die Impfung ist und bleibt”
Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband„Es ist ganz einfach: Alle sechs Monate impfen”
Prof. Dr.Christoph Wenisch, Wiener Infektiologe„Impf-Nebenwirkungen: Es gibt keine Alternative zur Impfung”
Peter Toussaint, Redakteur, NRZ„Corona-Impfung ist eine Christen-Pflicht“
Manfred Lütz, Arzt und Theologe„Der einfachste Weg ist, sich impfen zu lassen. Auch der gesündeste. Ich möchte schon alleine deshalb keine Impfpassfälscher als Mitarbeiter haben, weil ich nicht so gerne Spinner beschäftige. Wer weiß, an welchen Blödsinn die sonst noch alles glauben.”
Jürgen Kaube, Herausgeber FAZ, Journalist„Impfgegner sind Staatsfeinde”
Udo Knapp, Politologe und Redakteur taz„Coronaleugnerinnen und Coronaleugner müssten konsequent dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet werden”
Georg Maier (SPD), Thüringens Innenminister„Kassenärzte fordern Ausschluss Ungeimpfter von Ärzten und Psychotherapie”
Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg„Der Zutritt in den Laden [Lebensmittelausgabe für Bedürftige] ist nur für nachweislich geimpfte oder genesene Personen (2G) erlaubt”
Tante Emma Rodgau e.V., Lebensmittelausgabe für BedürftigeTeilen Sie die Ansichten der AUF1-Autoren in dem Beitrag:
„Keine Pandemie-Amnestie“?Stellen Sie sich auch die Frage, wie konnte das passieren? Könnte es sein, dass die Antwort die ganze Zeit vor unserer Nase lag?
Die Suche nach der Antwort führt uns zu dem französischen Philosophen Michel Foucault (1926-1984). Von 1970 bis zu seinem Tod war Foucault der Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Denksysteme an der Prestigeuniversität Collège de France in Paris. In seinen Werken widmete er sich neben philosophischen auch historischen, psychologischen und später vermehrt politischen Fragen. Dabei fokussierte er sich auf Konzepte und Verfahren der Machtanalyse. Seine Arbeiten verstand er dabei als „Werkzeugkisten“.
[Wikipedia: Michel Foucault]Zu diesen Werkzeugen gehört unter anderem das Konzept der modernen Gouvernementalität. Darunter versteht Foucault ein ganzes Bündel von Erscheinungsformen neuzeitlicher Regierungstechniken, die es gestatten, das Verhalten von Subjekten und Kollektiven als machtgesteuerte und machtdurchzogene Objekte zu überwachen und zu lenken. Er betrachtet die Gouvernementalität als Basis für das Überleben des Staates.
[Wikipedia: Gouvernementalität]Weiterhin definiert Foucault den Begriff Bio-Macht, zunehmend auch Biopolitik genannt. Mit Bio-Macht bezeichnet er Machttechniken, die „nicht auf den Einzelnen, sondern auf die gesamte Bevölkerung abzielen“. Unter Bevölkerung versteht er „eine Gruppe, die nicht einfach nur aus vielen Menschen besteht, sondern aus Menschen, die von biologischen Prozessen und Gesetzen durchdrungen, beherrscht und gelenkt sind. Die Bevölkerung verbindet er mit verschiedenen Parametern wie „einer Geburtenrate, einer Alterskurve, einem Gesundheitszustand“, usw.
[Wikipedia: Bio-Macht]“Das Ziel der Bio-Macht bei Foucault ist die Regulierung dieser so definierten Bevölkerung insbesondere durch die Regulierung ihrer Fortpflanzung, der Geburten- und Sterblichkeitsrate, des Gesundheitsniveaus, der Wohnverhältnisse, u.a.“
[Wikipedia: Bio-Macht]Im biopolitischen Sinne wird die Bevölkerung in erster Linie als “Produktionsmaschine zur Erzeugung von Reichtum, Gütern und weiteren Individuen“ betrachtet. Die Bio-Macht sorgt für Rahmenbedingungen, die der Produktionsmaschine nützlich sind. Dabei wird das Individuum nach seiner Nützlichkeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Zustände bewertet. Zu diesem Zweck wird der Einzelne immer an einer Norm gemessen. Er wird an ihr ausgerichtet und muss vor ihr bestehen.
[Wikipedia: Bio-Macht]Dafür braucht die Obrigkeit sehr viele Informationen, um alles über z.B. “Ressourcen, Einwohnerzahl, Reichtum, Wohnverhältnisse, Krankheitshäufigkeit und Gesundheit der Einwohner eines Staates zu erforschen“. Als Ergebnis der Auswertung von diesen Daten definiert die Bio-Macht verschiedene Regulierungsmechanismen (Normen), die sich z.B. “auf die Hygieneregeln, Kinderpflege, Alterssicherung, Krankenversicherung und die Schulpflicht konzentrieren“.
[Was ist Bio-Macht für Michel Foucault und Giorgio Agamben?, Kapitel 3. Techniken und Anwendungsgebiete der Biopolitik]Die Bio-Macht begegnet uns täglich. “Ein bekanntes Phänomen moderner Gesellschaften ist das wachsende Dickicht an Regulierungsvorschriften im beruflichen und privaten Alltagsleben.“ Der Trend zu mehr Regulierung erscheint ungebrochen. Aus biopolitischer Perspektive sind “Form und Ausmaß der Regulierungsaktivitäten nur die unausweichliche und notwendige Konsequenz einer sich immer weiter ausdifferenzierenden, immer reicheren und immer komplexeren Wirtschaft und Gesellschaft“.
[Regulierungsdickicht – ein Problem?]Da die Bio-Macht „die Bevölkerung als statistische Masse“ wahrnimmt, kontrolliert und regiert, wird die Krankheit im biopolitischen Sinne „nicht mehr als ein Problem eines einzelnen Körpers betrachtet, sondern auf die Problematik des kollektiven Gesamtkörpers gerechnet“.
[Foucault II: Der Virus und die Biopolitik/-macht]Dabei gilt es, Informationen und Statistiken zu erheben und zu zentralisieren, Relationen und Gefahrenabschätzungen zu definieren und daraus biopolitische Regelungen abzuleiten, so z.B. Hygienemaßnahmen, Quarantänemaßnahmen, Vorsorgeuntersuchungen, Medikation usw. So betrachtet, stilisiert sich “der Umgang mit dem Coronavirus als ein Lehrbuchbeispiel von Biopolitik“.
[Über die (Un)Möglichkeiten einer demokratischen Biopolitik]Aus der Sicht des Individuums erscheint diese Regierungstechnologie „wie ein «guter Hirte», deren Aufgabe es ist, «über die man wacht, Gutes zu tun». Der Zweck dieser Form der Macht liegt darin, «die Individuen dazu zu zwingen, ihre Arbeitsleistung, ihre Kräfte, ihre Fähigkeiten zu steigern, kurz, alles das zu erhöhen, was für ihre Verwendung im Produktionsapparat der Gesellschaft notwendig»“ ist.
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 217]Auf der Basis dieser Regulierungsmechanismen (Normen) wird eine „Unterscheidung von «normal» und «anomal»“ vorgenommen. Man definiert „Korrekturinstrumente“, die zur „Transformation des Individuums“ und seines Verhaltens als integraler Bestandteil der Bevölkerung beitragen. (Anmerkung: von griechisch „anómalos“: „uneben, unregelmäßig“, sinnverwandte Wörter: abnorm, gesetzwidrig, regelwidrig, ungewöhnlich, unnormal, untypisch)
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 217]Als Ergebnis erhält man „eine Hierarchie von Individuen mit mehr oder weniger großen Fähigkeiten. Der eine entspricht einer bestimmten Norm, der andere weicht davon ab. Den einen kann man bessern, den anderen nicht. Den einen kann man mit einem bestimmten Mittel bessern, beim anderen muss man andere Mittel einsetzen. Diese Einordnung der Individuen nach dem Grad ihrer Normalität ist eines der großen Machtinstrumente der heutigen Gesellschaft.“
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 218]Bei der Normierung im biopolitischen Sinne verwendet man „zwei komplementäre Formen von Gerechtigkeitsmechanismen:
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 223]- die soziale Sorge basierend auf vereinbarten Gleichheits- und Solidaritätsdoktrinen
- die „naturgesetzlich“ entstehende Gerechtigkeit durch „natürliche“ Mechanismen wie Konkurrenz und Wettbewerb.“
Während einer Extremsituation, wie bei einer Pandemie, rücken „zwei wesentliche biopolitische Regierungstechniken“ in den Vordergrund:
- „biopolitische Sorge gemäß einer Solidaritätsdoktrin“
- „Staatsrassismus“
Beide Regierungstechniken begründen Ihre Legitimation „in der Reaktion auf biologische Bedrohungen“ für das Leben des Einzelnen und der Bevölkerung.
Im ersten Fall fokussiert man auf das Narrativ, „dass die (hygienische oder biopsychosoziale) Sorge um den Anderen auch die eigene Sicherheit erhöht, das eigene Leben steigert, wie auch jenes der Gattung (Menschheit)“.
Im zweiten Fall fokussiert man sich auf die Beseitigung der biologischen Gefahr und dadurch die Gattung selbst oder die Rasse direkt zu stärken. „Denn, so die implizite Logik, «je mehr anomale Individuen vernichtet werden, desto weniger Degenerierte gibt es in Bezug auf die Gattung, desto besser werde ich – nicht als Individuum, sondern als Gattung – leben, stark sein, kraftvoll sein und gedeihen»“.
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 228]Unter diesen Bedingungen wird die Moral gewissermaßen verrechtlicht und in der Folge verstaatlicht. Das Recht verliert seine rationale Fundierung – es wird wertbegründet.
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 231]Man urteilt im Namen einer „Solidarität“. In seinem Werk Geburt schreibt Foucault: „Mit einer Hand muss die Freiheit hergestellt werden, aber dieselbe Handlung impliziert, dass man mit der Anderen Einschränkungen, Kontrollen, Zwänge, auf Drohungen gestützte Verpflichtungen usw. einführt“.
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 232]Es ist bemerkenswert, dass die oben beschriebenen Wesensmerkmale der Bio-Macht bzw. Biopolitik bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von Michel Foucault detailliert definiert und beschrieben wurden und als Vorlesungsmaterial am Lehrstuhl für Geschichte der Denksysteme an der Prestigeuniversität Collège de France in Paris dienten.
Mit diesem Hintergrund erscheinen die am Anfang des Artikels exemplarisch ausgewählten Regierungstatements und Schlagzeilen aus der Presse in einem anderen Licht. Es handelt sich nicht um zufällige und voneinander unabhängige Ereignisse von inkompetenten und/oder korrupten Individuen. Hier geht es um ein Szenario, dass nach einem Lehrbuch abläuft.
Biopolitik ist in der Regel „eine dauernd aktive unterschwellige Politik, die gar nicht zu viel ins Rampenlicht gerückt werden will. Biopolitik ist selten eine ganz große laute Politik, sondern vielmehr oftmals im kleinen Maße tätig, leise, nahezu unbemerkt“.
[Über die (Un)Möglichkeiten einer demokratischen Biopolitik]Die Biopolitik im 20. und 21. Jahrhundert agiert zwischen zwei gegensätzlichen Polen – auf der einen Seite stehen die dominierenden Machttechniken des Vorsorgestaates, auf der anderen Seite sind die passiven Machttechniken des Liberalismus. „Markt und Plan, unsichtbare oder sichtbare Hand, zentrale Steuerung oder Selbstorganisation – zwischen diesen Polen lassen sich die Versuche der Bio-Macht verorten, das menschliche Leben ökonomisch zu regieren.“
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 232]„Gefährliche Epidemien oder Pandemien besitzen folglich das Potential“, die biopolitische Transformation der Gesellschaft und „die von Foucault beschriebene Gouvernementalisierung des modernen Staates zu intensivieren, indem Maßnahmen gesetzt werden, die über infektionsepidemiologisch indizierte Schutzmaßnahmen mit dem Ziel der Eindämmung der epidemischen Krankheitsverbreitung klar hinausgehen“.
[Die Covid-19-Pandemie aus biopolitischer Perspektive nach Foucault, S. 233]In seinen Arbeiten war es Foucault wichtig zu betonen, dass „die Machttransformationen, die sich z.B. in Extremsituationen“ wie Seuchen oder Pandemien „entwickeln und verfestigten, nicht als Ausnahmefälle“ zu betrachten sind, „sondern als die Geburten und In-Kraft-Setzungen neuer allgemeingültiger und auch nach der Seuche weiter geltender Verhältnisse“. Es geht um das Entstehen und Verfestigen der neuen Machtparadigma und dessen Normalisierung.
[Foucault: In der Seuche die Disziplinarmacht]Es ist die Bio-Macht, die in der Vor-Corona-Zeit weitestgehend diskret und mit „unsichtbarer“ Hand die liberale westliche Gesellschaft lenkt. Die Regulierungsmechanismen (Normen) sind zu dieser Zeit vorwiegend auf Selbstorganisation gerichtet. Der größte Teil der Bevölkerung ist im biopolitischen Sinne „normal“ und „förderungswürdig“. Man fühlt sich wohl in der „Wohlfühlgesellschaft“ und genießt die freiheitlich demokratische Grundordnung.
Es ist dieselbe Bio-Macht, die die weltweite Pandemie ausruft und in diesem Zusammenhang dominierende Machttechniken mehr oder weniger über Nacht zum Einsatz bringt. Die Regulierungsmechanismen (Normen) werden um 180 Grad gedreht und der Vorsorgestaat enttarnt sich. So wird aus der Demokratie über Nacht eine „Demokratur“. Die Mehrheit der Bevölkerung adaptiert zu den neuen Regulierungsnormen (The New Normal) und gilt nach wie vor als „normal“ und „förderungswürdig“. Jedoch eine nicht zu vernachlässigende Minderheit hat aus unterschiedlichen Gründen zunehmend Probleme, die neuen Normen zu befolgen und wird im biopolitischen Sinne „anomal“. Diese Gruppe der Bevölkerung „genießt die Vorzüge“ der gesellschaftlichen Exklusion. In dieser Gruppe wacht man langsam auf.
Mit dieser biopolitischen Denklogik lässt sich die Tatsache erklären, wie aus Politikern, die seit Jahrzehnten eingeschworene Demokratieverfechter waren, plötzlich fanatische Propagandisten von freiheitsraubenden Maßnahmen „ohne rote Linien“ werden. Damit lässt sich die tiefe Zäsur in der Gesellschaft erklären, die bis in die einzelnen Familien und bis in Freundes- und Bekanntenkreise reicht.
Dieselbe Bio-Macht lässt nun die Corona-Pandemie ausklingen und erweckt den Anschein, dass man wieder zur Normalität zurückkehrt. Aber welche Normalität? Handelt es sich um die besagte „360 Grad Drehung“ und wir kehren zurück in die Vor-Corona-Ära? Wohl kaum!
Manch einer fragt sich – Aber warum denn nicht? Wir fangen doch gerade an, den Umgang mit der Corona-Pandemie aufzuarbeiten, so wie in dem anfangs gezeigten AUF1-Beitrag. Man wird die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Wir werden dafür sorgen, dass sich das NIE WIEDER wiederholt. Es kann zwar ein bisschen dauern, aber es wird die Zeit kommen, wo sich die „Normalen“ und „Anomalen“ aus der Pandemiezeit wieder die Hand reichen und nach vorn schauen. Ende gut – Alles gut.
Durch die „temporäre“ Verschiebung der Regulierungsnormen in Bezug auf die Pandemie wird zumindest ein Großteil der „Anomalen“ wieder als „Normal“ klassifiziert. Im biopolitischen Sinne wechselt diese Gruppe vom „Exklusions-Modus“ zum „Inklusions-Modus“. Man empfindet, dass man die geraubten Freiheiten bzw. Rechte wiedererlangt. Man hat das Gefühl, der Widerstand hat sich gelohnt und man kann seinen Platz in der Gesellschaft würdevoll zurückbekommen.
Diese Empfindung ist nicht fiktiv – sie spiegelt die Realität wider. Ich glaube, dass die meisten Leser mir zustimmen werden, wenn ich sage, dass wir seit Anfang 2023 diese Stufe im Umgang mit der Corona-Pandemie erreicht haben.
Wie bereits beschrieben, betrachtet Foucault die Machttransformationen, die sich in Extremsituationen entwickeln und verfestigten, nicht als Ausnahmefälle, sondern als Basis für das Entstehen und Verfestigen der neuen Machtparadigma – der neuen Normalität.
Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das berühmte Werk „COVID-19: The Great Reset“ vom geschäftsführenden Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums (WEF) Klaus Schwab als ein integraler Bestandteil der modernen Biopolitik und spiegelt in vollem Umfang die Bio-Macht-Denkansätze von Foucault wider.
Auf der Homepage von dem WEF ist folgendes zu lesen:
Die Covid-19-Krise und die dadurch verursachten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen verändern den traditionellen Kontext der Entscheidungsfindung grundlegend. Die Ungereimtheiten, Unzulänglichkeiten und Widersprüche mehrerer Systeme – von Gesundheit und Finanzen bis hin zu Energie und Bildung – sind in einem globalen Kontext der Sorge um Leben, Lebensgrundlagen und den Planeten mehr denn je offengelegt. Führungskräfte befinden sich an einem historischen Scheideweg und bewältigen kurzfristigen Druck gegen mittel- und langfristige Unsicherheiten.
Da wir in eine einzigartige Gelegenheit eintreten, den Aufschwung zu gestalten, wird diese Initiative Einblicke bieten, um all diejenigen zu informieren, die den zukünftigen Zustand der globalen Beziehungen, die Richtung der Volkswirtschaften, die Prioritäten der Gesellschaften, die Art der Geschäftsmodelle und das Management eines globalen Gemeinguts bestimmen.
Die Great Reset-Initiative basiert auf der Vision und dem umfassenden Fachwissen der in den Gemeinschaften des Forums engagierten Führungskräfte und hat eine Reihe von Dimensionen, um einen neuen Gesellschaftsvertrag aufzubauen, der die Würde jedes Menschen ehrt.
und weiter:
Die COVID-19-Sperren mögen allmählich gelockert werden, aber die Besorgnis über die sozialen und wirtschaftlichen Aussichten der Welt nimmt nur zu. Es gibt guten Grund zur Sorge: Ein scharfer Wirtschaftsabschwung hat bereits begonnen, und wir könnten vor der schlimmsten Depression seit den 1930er Jahren stehen. Aber obwohl dieses Ergebnis wahrscheinlich ist, ist es nicht unvermeidlich.
Um ein besseres Ergebnis zu erzielen, muss die Welt gemeinsam und schnell handeln, um alle Aspekte unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften neu zu gestalten, von der Bildung bis hin zu Sozialverträgen und Arbeitsbedingungen. Jedes Land, von den Vereinigten Staaten bis China, muss sich beteiligen, und jede Branche, von Öl und Gas bis hin zu Technologie, muss transformiert werden. Kurz gesagt, wir brauchen einen „Great Reset“ des Kapitalismus.
Somit ist es auch nicht überraschend, auf der Homepage des WEF im Kapitel, dass der 4. Industriellen Revolution gewidmet ist, das folgende Zitat zu finden:
„Macht ist überall: Nicht, dass sie alles verschlingt,
sondern dass sie von überall herkommt.“
Michel Foucault, Geschichte der SexualitätDie sichtbare und unsichtbare Hand der Bio-Macht ist allgegenwärtig. Und auch, wenn Sie sich nicht für die Bio-Macht interessieren, interessiert sie sich für Sie.
Egal ob man momentan biopolitisch gesehen „normal“ oder „anomal“ ist, die Bio-Macht ist bereits dabei, uns alle mit den nächsten Extremsituationen zu konfrontieren. Und ihre Auswahl ist reichlich groß. Ein Vorgeschmack auf die unmittelbare Zukunft erhält man in den Artikeln:
- Der WHO-Pandemievertrag – nächster Meilenstein zur Neuen Normalität
- Der AI-Act – wie die KI vertrauenswürdig wird
- Künstliche Intelligenz – unsere letzte Entwicklung?
- 6G – Die „kambrische“ Explosion der Künstlichen Intelligenz
- Nahrung als Waffe
- Epidemiologie 4.0
- Klima und Krieg
Die Bio-Macht funktioniert wie ein Uhrwerk.
- TIC – du entsprichst der Regulierungsnorm, du bist „normal“ und wirst gefördert.
- TAC – du entsprichst nicht der Regulierungsnorm, du bist „anomal“ und wirst „exkludiert“.
Beachten Sie, die Regulierungsnormen bleiben volatil.
Diese Volatilität wird uns wohl bis 2030 und darüber hinaus begleiten und unseren Alltag bestimmen.
Der Bio-Macht sei Dank.
Quellen (Stand vom 01.09.2023)
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6G – Die „kambrische“ Explosion der Künstlichen Intelligenz


Im Dezember 2022 hat der US-Konzern Qualcomm seine Entwicklungs- und Anwendungsvisionen für die nächste Mobilfunkgeneration 6G der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Papier trägt den Titel „Vision, Markttreiber und Forschungsrichtungen auf dem Weg zu 6G. Wie Qualcomm mit 5G jetzt die Weichen für 6G im Jahr 2030 und darüber hinaus stellt.“ [1]
Warum ist es auch für einen Laien lohnenswert, sich den Inhalt dieses Dokuments mal genauer anzuschauen?
Nun, Qualcomm gehört weltweit zu den Top 5 Halbleiterherstellern und zu den führenden Anbietern von Produkten für die Mobilfunkkommunikation [2],[3]. In diesem Schlüsseltechnologiesegment verfügt das Unternehmen über strategisches Know-how und ist maßgeblich an der Definition der aktuellen und zukünftigen Kommunikationsstandards beteiligt [4],[5]. Branchenkenner wissen schon seit langem, wenn Qualcomm etwas mitteilt, sollte man genauer hinhören.
Gleichzeitig ist Qualcomm auch ein strategischer Partner des WEF (World Economic Forum). In dem Zeitraum 2018 – 2023 haben führende Unternehmensvertreter fünf Vorträge bei den jährlichen WEF-Meetings in Davos gehalten. Beim letzten WEF-Meeting im Januar 2023 waren es sogar zwei Sessions mit dem Fokus auf die digitale Transformation der Gesellschaft [6],[7].
Die Mission des WEF lautet wiederum: „Das Weltwirtschaftsforum ist die Internationale Organisation für öffentlich-private Zusammenarbeit. Das Forum engagiert die führenden politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und anderen Führungskräfte der Gesellschaft, um globale, regionale und industrielle Agenden zu gestalten.“ Man kann also annehmen, dass zumindest einige der 6G-Visionen von Qualcomm maßgeblich die globalen gesellschaftlich-politischen Visionen des WEF beeinflussen werden.
Betrachten wir den Pfad zu 6G zunächst aus historischer Sicht (siehe Abb.1).

Abb.1: Die Entwicklung des Mobilfunks: „Mobile has made a leap every ~10 years“ [8] Es hat in den 80er Jahren mit der drahtlosen Sprachkommunikation angefangen (1G). In den 90er Jahren wurde die Sprachübertragung digitalisiert (2G). Und seit Anfang des neuen Jahrtausends hat man zunehmend angefangen, auch Daten mobil zu übertragen. Das Zeitalter des mobilen Internets hat begonnen (3G). Mit dem mobilen Internet wurde auch die drahtlose Kommunikation zwischen Maschinen über große Strecken ermöglicht. In den nachfolgenden zehn Jahren wurde diese Tendenz weiter verstärkt und die schnelle Übertragung von großen Datenmengen bis 1 GB/s technologisch ermöglicht (4G). Der Anteil der Kommunikation zwischen Maschinen stieg in diesem Zeitraum permanent.
Seit Ende der letzten Dekade hat man angefangen, die 5G Technologie weltweit einzuführen. Eine schnelle Übersicht was 5G ist, kann man auf der Seite von Qualcomm unter dem Link Everything you need to know about 5G finden. Hier ein kurzer Auszug: „5G ist das Mobilfunknetz der 5. Generation. … 5G ermöglicht eine neue Art von Netzwerk, das darauf ausgelegt ist, praktisch alle und alles miteinander zu verbinden, einschließlich Maschinen, Objekte und Geräte.“
Mit der Einführung der 5G Technologie wurde die Ära Internet-der-Dinge (IoT) eingeleitet.
Laut aktuellen Statistiken gab es bereits im Jahr 2021 mehr als 10 Milliarden aktive IoT-Geräte. Schätzungen zufolge wird die Zahl der aktiven IoT-Geräte im Jahr 2030 mehr als 25,4 Milliarden betragen [9].
Die rasante Entwicklung und Ausbreitung der mobilen Kommunikation insbesondere in den letzten 20 Jahren hat das Mobilfunknetz in ein sehr komplexes Konstrukt verwandelt. Die Instandhaltung, Überprüfung und Optimierung einer solch vielschichtigen Struktur erfordert jede Menge menschliches und technisches Know-how.
Bereits seit der Einführung der 4G-Technologie wurde dieses Aufgabenspektrum so umfangreich, dass man angefangen hat, Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen, um die komplexen Zusammenhänge im Mobilfunknetz noch besser zu verstehen [10].
Eine Übersicht zum Thema „Was ist Künstliche Intelligenz?“ findet man hier.
Die sogenannten „Artificial Intelligence (AI)“-Abteilungen der Mobilfunkbetreiber fokussieren sich bereits seit einigen Jahren auf folgende essentielle Aufgaben wie:
- Überwachung des Netzbetriebes,
- Optimierung von Netzwartungsarbeiten,
- Datenanalyse und Vorschläge für optimales Management des Mobilfunknetzes,
- Standortoptimierung,
- Dynamische Netzwerk-Selbstoptimierung bei laufendem Betrieb.
Das ist ein bemerkenswerter Schritt. Künstliche Intelligenz wird bei der Bewältigung von essentiellen Aufgaben für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung von kritischer Infrastruktur weltweit eingesetzt. Der Mensch ist nicht mehr in der Lage, ein Konstrukt, dass er ursprünglich selbst erschaffen hat, allein weiter in Stand zu halten und weiter zu optimieren.
Und das ist nicht alles.
Künstliche Intelligenz und Machine Learning (ML) brauchen viel Rechenpower und große Datenmengen. Aus diesem Grund betrachtet man große Rechenzentren als den traditionellen Einsatzort für die Künstliche Intelligenz. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten Cloud-zentrierten KI [11].
Wie bereits erwähnt, ist mit der Einführung von 5G die Anzahl der vernetzten IoT-Geräte explosionsartig gestiegen. In vielen Anwendungsfällen ist es notwendig, Daten schnell vor Ort an einer Maschine oder in einem Fahrzeug auszuwerten. Man benötigt entsprechende Rechenleistung am Ort des Datenaufkommens. In diesem Fall spricht man von Edge Computing (engl. edge bedeutet Rand).
Mit anderen Worten: Rechenleistung, Anwendungen, Daten und damit zusammenhängende Dienste verlagert man von zentralen Rechenzentren hin zur Anwendung. Dabei gehen IoT und Edge Computing eine besondere Symbiose ein. Ein typisches IoT-Gerät sendet, empfängt und analysiert Daten in einer kontinuierlichen Feedback-Schleife. Analysiert werden die Daten entweder von Menschen oder mit Methoden des maschinellen Lernens. Die sogenannten Edge-Module sind die Daten generierenden Geräte, die Daten erfassen und auswerten. [12]
Die fortschrittlichen Fähigkeiten von 5G ermöglichen einen konstanten und gut koordinierten Datenfluss, um leistungsfähige und zuverlässige KI-Modelle aufzubauen. Parallel dazu werden noch schnellere und leistungsfähigere Prozessoren für den flexiblen Einsatz in Edge-Modulen entwickelt [13].
Abb.2 veranschaulicht, wie man bei der 5G Infrastruktur von einer Cloud-zentrierten KI zu einer verteilten KI übergeht mittels 5G-Netzwerkelementen und teilweise über die Peripheriegeräte im Feld. Man kann sagen, mit 5G beginnt die Verschmelzung zwischen Netzwerk, Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen.

Abb.2: KI und 5G als Basis für mobile IoT-Geräte, die für neue und verbesserte mobile Erfahrungen unerlässlich sind [8] Und das ist keine technologische Vision – das ist Stand der Technik heute.
„Die leistungsstarke Kombination von 5G und Intelligenz wird Branchen verändern“ schreibt Qualcomm in dem Beitrag „Der Wireless Edge ist der Schlüssel zur Ausschöpfung des vollen Potenzials von 5G. Qualcomm Technologies hat bereits mit der Transformation begonnen“ [14]. Dieses Dokument ist von August 2018 und bietet dem interessierten Leser weitere interessante Details zum Stand der Technik.
Soweit so gut. Nun, wie wird es weitergehen. Laut Qualcomm natürlich mit 6G.
Mehr mobile Verbindungen bringen ein höheres Maß an Intelligenz mit sich, aber sie bedeuten auch einen größeren Bedarf an Skalierung. Damit der Mobilfunk die bestehenden und künftigen Anforderungen der Gesellschaft erfüllen kann, muss die Intelligenz effizient über das gesamte System verteilt werden, von den zentralen Clouds bis zu den Edge-Clouds und zu intelligenten Geräten wie Mobiltelefonen, Computern, Fahrzeugen, Robotern, Wearables und Maschinen [1].
Die mobile Plattform der Zukunft umfasst grundlegende Technologien wie fortschrittliche drahtlose Konnektivität, effizientes verteiltes Computing, allgegenwärtige KI und hochauflösende Sensorik.
Laut Qualcomm wird 6G mehr als nur eine neue Funktechnologie sein. Sie ist als intelligente drahtlose Kommunikationsstruktur gedacht (siehe Abb.3).

Abb.3: Die Integration der KI auf allen Ebenen der 6G Kommunikationsstruktur [1] Als drahtlose Kommunikationsstruktur wird 6G die Menschen und Dinge miteinander verbinden und den weiteren Ausbau des vernetzten intelligenten Randes unterstützen. Über verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten hinaus, wird 6G auch das synergetische Potenzial von KI, integrierter Sensorik und neuen umweltfreundlichen Technologien voll ausschöpfen.
Qualcomm spricht von insgesamt sechs sogenannten Forschungsvektoren, die die Evolution von 5G zu 6G ebnen sollen. Zwei davon sollten für das breite Publikum interessant sein:
- Technologien für die Verschmelzung von physischen, digitalen und virtuellen Welten,
- KI-native (basierende) durchgängige Kommunikation, d.h. KI ist von Anfang an integriert.
In dem visionären Dokument sieht Qualcomm drei wesentliche Markttreiber für eine neue Mobilfunkplattform nach 5G.
Markttreiber 1: Gestaltung von 6G zur effektiveren Umsetzung der Ziele von Wirtschaftswachstum und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit.
An dieser Stelle orientiert sich Qualcomm strikt an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen. Wie der Beitrag von 6G für die Umsetzung dieser Ziele konkret aussehen soll, bleibt dem Leser vorenthalten. Man belässt es bei allgemeinen Formulierungen und betont, dass ein Ziel von 6G darin bestehen sollte, die Konnektivität (also die Verbindungsfähigkeit) zugänglicher zu machen, unabhängig vom Einkommensniveau oder der geografischen Lage. Weiterhin sollte die vernetze Intelligenz einen weiteren bedeutenden Impuls zum weltweiten Wirtschaftswachstum geben. Und natürlich als oberste Priorität soll 6G einen geringeren CO2-Fußabdruck produzieren. Was denn sonst … Damit wird explizit betont, dass 6G und die AGENDA 2030 in einem direkten Zusammenhang stehen.
Markttreiber 2: Die Verwendung der neusten Entwicklungen in den folgenden Bereichen:
- Funk- und Hochfrequenztechnologien
- Netzwerkarchitekturen zu optimaler Skalierung des Einsatzes für verschiedenste Anwendungen
- Computertechnologien
- Maschinelles Lernen
- Materialforschung
- Energiemanagement
- Multimedia und Display-Technologien
- Wahrnehmung und menschliche Schnittstelle
6G soll auf einer Symbiose von modernsten Hochtechnologien basieren, die mittlerweile bis zu der sogenannten „Wahrnehmung und menschlichen Schnittstelle“ reicht. Mit anderen Worten, der Mensch wird zu einem der vielen „intelligenten“ Objekten des vernetzten intelligenten Randes. Dieser „kleine aber feine“ Schritt ist ziemlich passend in der Abb.3 visualisiert.
Marktreiber 3: Ermöglichung verbesserter Erfahrungen und neue Kategorien von Anwendungsfällen.
Qualcomm zeigt einige dieser neuen Kategorien von Anwendungsfällen in der Abb.4.

Abb.4: 6G wird neue und verbesserte Nutzererfahrungen über den vernetzten intelligenten Rand bringen [1] 6G wird die Basis für feste und mobile Breitbandverbindungen mit mehr Kapazität, höherem Durchsatz und geringeren Latenzzeiten liefern. Es wird höchst zuverlässig flächendeckenden Zugang und flächendeckende Versorgung mit einer noch höheren Anzahl von Verbindungen bieten. Man spricht von einer Ultraweiträumigen Konnektivität bis hin zur Mikrokonnektivität. Soll heißen, 6G als intelligente KI basierende Kommunikationsstruktur wird überall vorhanden sein.
Laut Qualcomm wird 6G erweiterte Dienste und neue Anwendungsfälle unterstützen. Vorgesehene Anwendungsfälle beinhalten Hologramm-Telepräsenz, kollaborative Roboter, menschliche Augmentation (technologische Verbesserung des menschlichen Körpers) und digitale Zwillinge, tieferes Eintauchen in die digitalen und virtuellen Welten sowie fortschrittliche Sensorik.
– Nur mal zum Nachdenken: Was ist ein digitaler Zwilling? –
Laut IBM-Definition ist ein digitaler Zwilling ein virtuelles Modell, das ein physisches Objekt präzise widerspiegeln soll. Das untersuchte Objekt – zum Beispiel eine Windkraftanlage – ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die sich auf wichtige Funktionsbereiche beziehen. Diese Sensoren liefern Daten über verschiedene Leistungsaspekte des physischen Objekts wie Energieabgabe, Temperatur, Wetterbedingungen und vieles mehr. Diese Daten werden anschließend an ein Verarbeitungssystem weitergeleitet und auf die digitale Kopie übertragen.
Sobald das virtuelle Modell mit diesen Daten gefüttert worden ist, kann es eingesetzt werden, um Simulationen durchzuführen, Leistungsprobleme zu untersuchen und Optimierungsmöglichkeiten zur Gewinnung wichtiger Erkenntnisse zu generieren. Diese können daraufhin wiederum für das ursprüngliche physische Objekt verwendet werden [15].
Nur das hier Qualcomm von menschlichen digitalen Zwillingen und menschlicher Augmentation spricht!!! Und was man mit tieferem Eintauchen in die digitalen und virtuellen Welten sowie mit fortschrittlicher Sensorik meint, wird in Abb.5 deutlich.

Abb.5: Die Verschmelzung unserer Welten [1] In den Visionen von Qualcomm wird die komplexe physische Welt im 6G Zeitalter digitalisiert. Der daraus resultierende digitale Zwilling wird sich kontinuierlich weiterentwickeln – durch Standortbestimmung, Sensorik und 3D-Karten, die von einer Vielzahl an Geräten, Kameras und Sensoren erstellt werden. Dem digitalen Zwilling soll somit möglich sein, das Verhalten physischer Systeme zu überwachen, zu entwerfen, zu simulieren, zu analysieren, zu optimieren und vorherzusagen. 6G soll die Möglichkeit für gemeinsame, immersive Erfahrungen wie holografische Konferenzen und virtuelle Zusammenarbeit schaffen (siehe Abb.6).

Abb.6: Digitale Zwillinge und räumliche Datenverarbeitung werden die Zukunft der grenzenlosen erweiterten Realität vorantreiben [1] Im Zeitalter von 6G bekommt die philosophische Frage von Richard David Precht „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ eine ganz andere Bedeutung. Und es stellt sich noch eine weitere Frage: „Wer oder was bestimmt, wer oder was ich bin?“
Laut Qualcomm wird KI von Anfang an, ein zentraler Bestandteil des 6G-Systemdesigns sein. KI wird über das Gesamtsystem verteilt sein und autonom in der Cloud, dem Netz und den Geräten über alle Protokolle und Schichten operieren. 6G wird von Daten und Maschinellem Lernen (ML) betrieben (siehe Abb.7).

Abb. 7: Weiterentwicklung des drahtlosen MLs bei 6G [1] Während zum gegenwärtigen Zeitpunkt das maschinelle Lernen auf der 5G-Netzwerkseite und auf den einzelnen Rand-Geräten unabhängig voneinander läuft, wird bei 6G ein permanenter Austausch über ML-Prozesse auf allen Ebenen stattfinden. Das heißt, dass einzelne Rand-Objekt lernt nicht mehr für sich allein im Rahmen seiner konkreten Umgebung und Aufgabe, sondern tauscht seine Lernerfahrung im Netz und erhält Zugang zu der bereits im Netz vorhandenen „kollektiven“ Erfahrung.
Und wenn man die in diesem Artikel mehrmals verwendeten Schlagwörter „Wahrnehmung und menschliche Schnittstelle“, „menschliche Augmentation und digitale Zwillinge“, „tieferes Eintauchen in die digitalen und virtuellen Welten“ sowie „fortschrittliche Sensorik“ noch einmal in Betracht zieht, ist es nicht schwer zu verstehen, dass dieses Rand-Objekt auch ein Mensch sein kann. Erinnern wir uns, wie IBM den Begriff „digitaler Zwilling“ definiert – „…Die in der virtuellen Welt gewonnen wichtigen Erkenntnisse können daraufhin wiederum für das ursprüngliche physische Objekt verwendet werden“.
Wie weit sind wir von der 6G-Realität entfernt? Ist es vielleicht nur eine technologische Utopie? Auch zu dieser Frage liefert Qualcomm eine ziemlich konkrete Antwort. Diese ist in Abb.8 dargestellt.

Abb.8: Zeitplan für die Standardisierung von 6G [1] Der kommerzielle Start von 6G ist für 2030 (ca. zehn Jahre nach der Einführung von 5G) geplant.
Zusammenfassend sagt Qualcomm: „Die Welt steht zwar noch ganz am Anfang der Reise zu 6G, aber nach allem, was man hört wird 6G mehr sein als nur eine neue Funktechnologie. Es wird eine neue, intelligente Struktur sein, die nicht nur Menschen und Dinge miteinander verbindet, sondern auch die Skalierung der Intelligenz über Netze und Geräte hinweg an dem vernetzten intelligenten Rand ermöglicht. Zusammen mit neuen KI-, Datenverarbeitungs-, Sensor- und Umwelttechnologien wird 6G seine Reichweite auf jeden Winkel der Erde zu Lande, zu Wasser, in der Luft und darüber hinaus ausdehnen.“ [1]

Abb.9: Wichtige Anwendungsfälle treiben die extremen 6G-Systemanforderungen voran [1] WER diese intelligente Struktur kontrolliert, DER kontrolliert die Welt.
Nicht zufällig betreibt das Weltwirtschaftsforum weltweit 19 Zentren für die vierte industrielle Revolution. Das Thema 5G/6G ist als Basis der digitalen Transformation der Welt beim WEF sehr hoch angesiedelt, neben der Künstliche Intelligenz als einen der Top 5 Technologietrends für 2023 und darüber hinaus.
Der Gründer und geschäftsführende Vorsitzende des WEF, Klaus Schwab, sagt über sich: „Ich sehe mich fast als Künstler“. „Auf seine sperrige und moralische Art will der Mann die Welt verbessern.“ [16]
„Wir sind die einzige wirklich globale Plattform, die verschiedene Entscheidungsträger einbezieht“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Und weiter sagte er über sich: „Ich bin einer der asozialsten Menschen, die ich kenne“ [16]. „Er hat einen Gott- Komplex“, schreibt die WELT über ihn [17].
Wie man beim WEF den Einfluss der 4. Industriellen Revolution auf die menschliche Spezies sieht, kann man in der Rede von Yuval Harari „Will the Future Be Human?“ aus dem Jahr 2018 deutlich erkennen.
Sehen wir uns weiterhin an, wie selbstverständlich Klaus Schwab über das Thema Implantate als „menschliche Schnittstelle“ vor laufender Kamera und Publikum spricht:
Pekka Lundmark, CEO des finnischen Telekommunikationsunternehmens Nokia, hat im Jahr 2022 auf dem Weltwirtschaftsforum Davos prognostiziert, dass der kommende Mobilfunkstandard 6G bis 2030 marktreif sein wird. Bis dahin werde jedoch das Smartphone nicht mehr das vorherrschende Mobilfunkgerät sein. „Das Smartphone, wie wir es heute kennen, wird nicht mehr die häufigste Schnittstelle sein“, sagte er. Stattdessen würden künftige Geräte „direkt in unseren Körper eingebaut“ sein. [18]
„Zwar werde das Smartphone weiterhin eine Schlüsselrolle einnehmen, das Tippen auf dem Touchscreen werde zunehmend durch Sprach- und Gestensteuerung ersetzt. Auch würde das Gesundheitswesen völlig revolutioniert werden, da neue Sensoren permanente Überwachung von Körperwerten erlauben. Gehirnsensoren könnten außerdem sogar genutzt werden, um Maschinen zu betätigen.“ [18]
Die Ideen des Transhumanismus lassen grüßen.
So eine Konstellation lässt bei der weltweiten Implementierung und den Einsatz der 6G Technologie nichts Gutes vermuten. Aber wir möchten hier nicht noch eine „Verschwörungstheorie“ ins Leben rufen.
In diesem Zusammenhang fällt mir spontan der Begriff Kambrische Explosion ein. Als Kambrische Explosion wird die enorme Umformung der Tierwelt zu Beginn des Kambriums vor etwa 542 Millionen Jahren bezeichnet. In einem geologisch kurzen Zeitraum von bis zu 50 Millionen Jahren entstanden viele neue Arten und es entwickelten sich die grundlegenden Baupläne vieler mehrzelliger Tierstämme, die seitdem die Erde bevölkern [19]. Allerdings weiß man heute, dass auch vor der Kambrischen Explosion Tiere lebten, zum Beispiel Schwämme oder rätselhafte Organismen ohne Maul oder Magen.
Der Vergleich mag etwas provokativ erscheinen, aber stellt nicht die Einführung von 6G eine Basis für die explosionsartige Ausbreitung der Künstlichen Intelligenz dar?
Kann 6G vielleicht der Katalysator sein, der zur sogenannten „Singularität“ führt, dem Zeitpunkt, ab dem Maschinen intelligenter sein werden als der Mensch?
Kann es sein, dass die menschliche Spezies, so wie wir sie heute kennen, bald das Schicksal mit den einfachen Organismen aus dem Präkambrium teilt?
Epilog
Nun, man sollte das alles vielleicht nicht so negativ sehen. Während du in der 6G-Ära in deiner Smart-Home-Zelle in der dir zugewiesenen 15-Minuten Zone herumlungerst, könnte einer deiner digitalen Zwillinge über den Atlantik fliegen und topgestylt an Business-Netzwerk-Treffen teilnehmen. Gleichzeitig könnte eine weitere digitale Kopie von dir den Himalaya besteigen, natürlich nur unter der Voraussetzung einer positiven Sozialkreditpunkte-Bilanz. Und das alles ohne wertvolles CO2 zu verplempern. Sind das nicht „Gräät Opportunities“?
Quellen (Stand vom 05.02.2023)
[1] Qualcomm, „Vision, market drivers, and research directions on the path to 6G“, ©2022 Qualcomm Technologies, https://www.qualcomm.com/content/dam/qcomm-martech/dm-assets/documents/Qualcomm-Whitepaper-Vision-market-drivers-and-research-directions-on-the-path-to-6G.pdf
[2] WIKIPEDIA, „Qualcomm“, 19.01.2023, https://de.wikipedia.org/wiki/Qualcomm
[3] Technik+Einkauf, „Das sind die größten Halbleiterhersteller weltweit“, Dörte Neitzel, 16.11.2022, https://www.technik-einkauf.de/rohstoffe/kritische-rohstoffe/das-sind-die-groessten-halbleiterhersteller-weltweit-282.html
[4] Qualcomm, „We invent to break the mold, time and again“, ©2022 Qualcomm Technologies, https://www.qualcomm.com/company/about/invention-leadership
[5] Qualcomm, „Qualcomm licensing drives our intelligently connected world forward.“, ©2022 Qualcomm Technologies, https://www.qualcomm.com/licensing
[6] WEF, Davos 2023, „Why 5G fixed wireless access is integral to bridging the digital divide“, Qualcomm, 12.01.2023, https://www.weforum.org/agenda/2023/01/davos23-5g-fixed-wireless-access-bridging-digital-divide/
[7] WEF, Davos 2023, „Why we need to prioritize digital transformation – even in a downturn“, Qualcomm, 16.01.2023, https://www.weforum.org/agenda/2023/01/davos23-digital-transformation-investment-priority-downturn/
[8] Qualcomm, „As 5G launches globally, what comes next?“, ©2022 Qualcomm Technologies, 23.09.2019, https://www.qualcomm.com/news/onq/2019/09/5g-launches-globally-what-comes-next
[9] DataProt, „Internet of Things statistics for 2022 – Taking Things Apart“, Bojan Jovanovic, 20.01.2023, https://dataprot.net/statistics/iot-statistics/#:~:text=In%202021%2C%20there%20were%20more,surpass%2025.4%20billion%20in%202030
[10] BIGDATA INSIDER, „Künstliche Intelligenz optimiert das Mobilfunknetz“, Thorsten Kühlmeyer, 13.02.2018, https://www.bigdata-insider.de/kuenstliche-intelligenz-optimiert-das-mobilfunknetz-a-684639/
[11] netrics, „AI Cloud: Künstliche Intelligenz in der Cloud – Schritt in die Zukunft“, Pascal Schmid, 04.07.2019, https://www.netrics.ch/blog/ai-cloud
[12] BIGDATA INSIDER, „Mobiles Edge Computing – dort rechnen und auswerten, wo Daten anfallen“, Hendrik Härter, 09.02.2022, https://www.bigdata-insider.de/mobiles-edge-computing-dort-rechnen-und-auswerten-wo-daten-anfallen-a-1093861/?cflt=rel
[13] BIGDATA INSIDER, „Edge Computing erlaubt starke KI-Modelle am Netzwerkrand“, Philip Fassing, 21.09.2021, https://www.bigdata-insider.de/edge-computing-erlaubt-starke-ki-modelle-am-netzwerkrand-a-1055983/?cflt=rel
[14] Qualcomm, „Der Wireless Edge ist der Schlüssel, um das volle Potenzial von 5G auszuschöpfen?“, ©2022 Qualcomm Technologies, 29.08.2018, https://www.qualcomm.com/news/onq/2018/08/wireless-edge-key-realizing-full-potential-5g
[15] IBM, „Was ist ein digitaler Zwilling?“, Stand vom 05.02.2023, https://www.ibm.com/de-de/topics/what-is-a-digital-twin
[16] Handelsblatt, „Ich sehe mich fast als Künstler“, Joachim Dorfs, 02.12.2005, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/klaus-schwab-ich-sehe-mich-fast-als-kuenstler-seite-5/2583826-5.html
[17] WELT, „Er hat einen Gott-Komplex“, Ryan Heath, 18.01.2023, https://www.welt.de/wirtschaft/plus243259687/WEF-in-Davos-Wer-wird-Nachfolger-von-Klaus-Schwab.html
[18] futurezone, „Nokia-Chef prognostiziert Ende der Smartphone-Ära“, 28.05.2022, https://futurezone.at/produkte/nokia-chef-ende-der-smartphone-aera-6g-internet-der-dinge/402023583
[19] BIONITY.COM, „Kambrische Explosion“, © 1997-2023 LUMITOS AG, Stand vom 05.02.2023, https://www.bionity.com/de/lexikon/Kambrische_Explosion.html
2030, 5G, 6G, AI, Artificial Intelligence, Big Data, Cloud-zentrierten KI, Deep Learning, digitaler Zwilling, drahtlose Kommunikation, Edge Computing, fortschrittliche Sensorik, Future of Humanity, Gehirnsensoren, Industrielle Revolution, Internet-der-Dinge, IoT, IoT-Gerät, Künstliche Intelligenz, KI, KI-Modelle, KI-Technologie, KI-Tools, Klaus Schwab, Konnektivität, Machine Learning, Machinelles Lernen, menschliche Augmentation, menschliche Schnittstelle, Mobilfunknetz, Pekka Lundmark, Qualcomm, Technologie, Transhumanismus, virtuelle Welt, WEF, World Economic Forum, Yuval Harari, Zukunft der Menschheit -
Ohio, East Palestine – nothing to see here


Nothing to see here, move along folks! Wo es scheinbar nichts zu sehen gibt, verbergen sich die größten Geheimnisse.
Am 03.02.2023 gegen 21 Uhr ereignete sich wohl eine der schlimmsten Chemie-Katastrophen in der Geschichte der USA. Ein Zug der großen Eisenbahngesellschaft „Norfolk Southern“ der USA entgleiste in der Kleinstadt East Palestine in Ohio.
Aus dem vorläufigen Bericht der Sicherheitsbehörden geht hervor, dass der Grund für das Zugunglück ein überhitztes Radlager war. Am Gleisrand entlang der Strecke befinden sich Detektoren, die Temperaturmessungen vornehmen. Zwei der drei Detektoren registrierten die steigenden Temperaturen des überhitzten Radlagers, aber nur der dritte Detektor bei East Palestine registrierte eine Temperatur, die hoch genug war, um eine Warnung an das Zugpersonal auszulösen.
Durch den ausgelösten Alarm bremste der Lokführer den Zug mit insgesamt 150 Waggons ab, um das Radlager zu untersuchen. Nachdem er auf eine überhitzte Achse aufmerksam wurde, leitete er eine zusätzliche Bremsung ein. Während des Bremsvorganges sei zudem noch eine automatische Notbremsung aktiviert worden. Bei dieser Abbremsung versagte das Radlager, Wagen 23 entgleiste und der Zug kam zum Stillstand.
38 Waggons schoben sich dabei aus dem Gleisbett. Beim Aufprall der tonnenschweren, sich ineinander verkeilenden Waggons und durch die überhitzte Achse brach ein riesiges Feuer aus, dass weitere 12 Waggons beschädigte.

Abb.1: Die entgleisten und ausgebrannten Waggons am 6. Februar 2023 (Quelle) Ein Fünftel der Waggons war mit verschiedenen Chemikalien beladen, unter anderem mit Vinylchlorid, einem giftigen und brennbaren Gas.
Die Einsatzkräfte konnten das Feuer nicht unter Kontrolle bringen und es breitete sich weiter aus. Einige Tage später am 06.02.2023 entschied man sich für eine Freisetzung der giftigen Materialien und deren kontrollierte Verbrennung, da keine Zeit mehr blieb, um die giftigen Chemikalien schnell zu bergen und eine bevorstehende Explosion zu vermeiden. Dabei entstand ein riesiger giftiger Wolkenpilz über der gesamten Region.

Abb.2: Dies ist ein Bild von East Palestine in Ohio beim Verbrennen von Vinylchlorid. (Quelle) Vinylchlorid war jedoch nicht die einzige Chemikalie, die ausgetreten war. Die EPA (Environmental Protection Agency, eine U.S. Umweltschutzbehörde) teilte der „Norfolk Southern Railway Company“ am 10.02.2023 in einer E-Mail mit, dass neben Vinylchlorid auch Butylacrylat, Ethylhexylacrylat und Ethylenglykolmonobutylether in die Luft, Oberflächenerde und Oberflächengewässer freigesetzt wurden und weiterhin werden. Auch diese Chemikalien, genauso wie Vinylchlorid, sind für Umwelt und Mensch nicht unbedenklich.
Vinylchlorid in der Luft führt zur Bildung von verschiedenen anderen Chemikalien wie Salzsäure, Formaldehyd und Kohlendioxid. Bei der Verbrennung von Vinylchlorid entsteht Chlorwasserstoff, Kohlendioxid und Wasser. Bei einer unvollständigen Verbrennung kann sich aber auch Phosgen bilden, ein hochgiftiges Gas.
Neil Donahue, Chemieprofessor an der Carnegie Mellon University, äußerte sich besorgt über die mögliche Entstehung von Dioxinen bei der Verbrennung von Vinylchlorid.
„Vinylchlorid ist schlecht, Dioxine sind schlimmer als Karzinogene und das kommt von der Verbrennung“, sagte Donahue.
Wie sich Dioxin auf den menschlichen Körper auswirkt, ist abhängig vom Alter, vom Gewicht, von der Art des Dioxins und der Menge. Kinder sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts stärker gefährdet. Wenn Dioxine in die Umwelt freigesetzt werden, verursachen sie aufgrund ihrer Persistenz auch noch viele Jahre später große Schäden.
Menschen in East Palestine und benachbarten Städten berichteten über Atemwegsprobleme, Hautreaktionen und mehr, während Tiere tot aufgefunden wurden. [Quelle]
Eine aktuelle Zusammenfassung der möglichen Gesundheitsgefahren durch die Chemikalien bei der Zugentgleisung in Ohio findet man in diesem Artikel vom 21.02.2023.
Dort heißt es unter anderem: „Seitdem wurden viele Fragen über toxische Expositionen von Menschen und Wildtieren aufgeworfen – nicht nur in East Palestine mit seinen 4.700 Einwohnern, sondern entlang des Ohio River und weiter nördlich. The New Republic berichtete, dass die Bewohner nach der Zugentgleisung brennende und juckende Augen, Halsschmerzen, Hautausschlag und Migräne erlitten. Rund 3.500 Fische sind Berichten zufolge in lokalen Wasserstraßen gestorben, und West Virginias Gouverneur Jim Justice gab bekannt, dass Chemikalien im Ohio River im nördlichen Panhandle des Staates gefunden wurden.“
Durch die Verbrennung „erstreckte sich der schwarze Rauchpilz horizontal und erweiterte den Bereich der Giftwolke. Bis Freitag (17.02.2023) reichten Ost-Ohio und West-Pennsylvania eine Klage wegen angeblicher Fahrlässigkeit des Zugbetreibers Norfolk Southern Railways ein.“
Die Kontamination betrifft nicht nur landwirtschaftliches Gebiet. Diese Chemikalien sickern in den Ohio-Fluss, der 10 Prozent des Trinkwassers der Vereinigten Staaten liefert, was 30 Millionen Bürger betrifft.
Quelle: Something Strange is Happening in AMERICA Offensichtlich handelt es sich nicht nur um eine lokale Kontamination von East Palestine (was schon schlimm genug ist), sondern um ein deutlich größeres Gebiet im Bundestaat Ohio und darüber hinaus.
„Seeing is believing“ – Sehen ist Glauben. Der folgende Augenzeugenbericht vom 06.02.2023 wirft Fragen auf und geht unter die Haut.
Quelle: „Controlled Release“ East Palestine Ohio 2-6-23 4:44 pm Unfälle, die mit einer Umweltverschmutzung einhergehen, können immer passieren. Doch bei diesem Vorfall gibt es einige Merkwürdigkeiten.
1) Die kontrollierte Freisetzung der Gefahrenstoffe
Der größte Teil der Kontamination erfolgte durch die sogenannte „Freisetzung der giftigen Materialien und deren kontrollierte Verbrennung“. Der Zugbetreiber „Norfolk Southern“ behauptet, dass dieser Vorgang alternativlos war, um eine Explosion mit noch größeren Schäden zu verhindern.
Dabei war im Vorfeld bekannt, dass es dabei zu einer erheblichen Kontaminierung der Umgebung kommen wird. Der Gouverneur von Ohio, Mike Dewine, spricht sogar von einer Todeszone.
Zwei Wochen nach der Entgleisung stellen einige Politiker und Anwohner die kontrollierte Verbrennung in Frage, einschließlich ob es aus Sicherheitsgründen geschah oder um Norfolk Southern zu erlauben, die Gleise schnell zu räumen und den Bahnbetrieb wieder aufzunehmen.
Der Gouverneur von Pennsylvania „Shapiro beschuldigte Norfolk, die Katastrophe von Anfang an falsch gehandhabt zu haben, und verwies auf das Versäumnis des Unternehmens, das Pennsylvania Department of Environmental Protection und die Pennsylvania Emergency Management Agency sofort zu benachrichtigen. Die Maßnahmen von Norfolk, sagte er, behinderten die Reaktion lokaler und staatlicher Behörden und setzten Anwohner und Ersthelfer einem ernsthaften Risiko aus. Shapiro sagte auch, das Unternehmen sei nicht bereit gewesen, nach Alternativen zu suchen, um die fünf mit Vinylchlorid gefüllten Autos absichtlich freizugeben und zu verbrennen.
«Obwohl ich weiß, dass die Reaktion auf Zugentgleisungen eine Reihe komplexer Herausforderungen mit sich bringt, führte die Nichteinhaltung anerkannter Standards in Bezug auf die Praxis des Vorfallmanagements und die Priorisierung eines beschleunigten und willkürlichen Zeitplans für die Wiedereröffnung der Eisenbahnstrecke zu unnötigen Risiken und führte zu Verwirrung in der Prozess», sagte Shapiro.“
2) Hauptaktionäre von „Norfolk Southern“
Zu den Hauptaktionären der Eisenbahngesellschaft „Norfolk Southern“ gehören Vanguard Inc., Blackrock Inc., JP Morgan Chase & Company und State Street Corporation – allesamt Partner des World Economic Forum (WEF).
Bemerkenswert ist es, dass trotz des milliardenschweren finanziellen Hintergrundes des Unternehmens folgende „großzügige“ Entschädigungen gezahlt wurden: 25.000 US-Dollar an die Gemeinde und 1.000 US-Dollar „Unannehmlichkeitenschecks“ pro Bewohner in der Evakuierungszone.
3) Reaktionen der lokalen Behörden und der US-Regierung
Wenige Tage nach der kontrollierten Verbrennung der Chemikalien behaupten die Behörden, dass Luftqualitäts- und kommunale Wassertests in East Palestine keine gefährlichen Mengen an Chemikalien zeigen. Den evakuierten Menschen wurde gesagt, sie dürfen wieder nach Hause. Aber Einige haben seit dem giftigen Unfall Nasenbluten, brennende Kehlen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen gemeldet.
Peter Paul Montgomery, der Verkehrsminister der Vereinigten Staaten, taucht erst 3 Wochen nach dem Unfall am Unglücksort auf. Und brauchte 11 Tage, bis er sich auf öffentlichen Druck hin überhaupt zum Unglück äußerte.
Die Biden-Regierung lehnt einen Antrag auf Katastrophenhilfe ab, mit der Begründung, „dass die Federal Emergency Management Agency (FEMA), die Agentur, die normalerweise von Hurrikanen und anderen Naturkatastrophen betroffene Gemeinden Hilfe leistet, nicht am besten gerüstet ist, um die aktuellen Bedürfnisse des Staates zu decken.“ Unter dem Motto „die Priorität der Regierung sei die «Gesundheit und Sicherheit der Gemeinschaft»“ spricht man stattdessen über „robuste, behördenübergreifende Anstrengung“ zur Lösung des Problems ohne genauer zu erläutern, was man darunter verstehen soll.
4) Verhaftung eines Reporters
Trotz der unglaublichen Größe des Unfalls und des noch nicht abzusehenden Schadens für Mensch und Umwelt wurde die Nachricht nicht sofort vom Mainstream aufgegriffen und blieb bis vor kurzem von der Öffentlichkeit unbemerkt. Der Reporter Evan Lambert, der vor Ort Fragen stellte und versuchte, darüber zu berichten, wurde festgenommen.
5) CDC überarbeitet toxikologisches Profil von Vinylchlorid
Interessant auch, dass wenige Tage vor der Zugentgleisung das CDC (Center for Disease Control and Prevention) ihre Seite über Vinylchlorid überarbeitet hatte. Natürlich werden gelegentlich toxikologische Profile aktualisiert, die letzte Änderung für Vinylchlorid war 2006, also vor 17 Jahren. Das CDC entfernte auf der Seite über Vinylchlorid einen Abschnitt darüber, wie sich die Chemikalie auf Kinder auswirkt.
6) Ein Blick auf die Landkarte
Laut Wikipedia ist Ohio ein Teil des sogenannten Corn Belts in den USA. Mit fast 75.000 Betrieben und 140.000 Quadratkilometer Land gehört die Landwirtschaft zu den größten Wirtschaftszweigen von Ohio. Damit spielt der Agrarsektor eine große Rolle. Die landwirtschaftliche Produktion umfasst Sojabohnen, Milchprodukte, Mais, Tomaten, Schlachtvieh (Schweine, Rinder), Geflügel und Eier. Am Eriesee wird kommerzieller Fischfang betrieben.
East Palestine liegt auch ganz nah an der Grenze zum Bundesstaat Pennsylvania. Auch dort gehört die Landwirtschaft zu den wichtigen Wirtschaftszweigen mit über 53.000 Farmen.
Durch die umstrittene „kontrollierte Verbrennung“ riskiert man eine langwierige Kontamination bedeutender landwirtschaftlicher Gebiete.
Einige Fragen der Bewohner von East Palestine lauten schon jetzt: „Mähe ich das Gras? Kann ich nächsten Sommer Tomaten pflanzen? Was kann ich tun?“ Und Beamte bringen Gedanken wie „Norfolk Southern sollte in Betracht ziehen, Häuser von besorgten Bewohnern zu kaufen“ ins Spiel.
In welchem Umfang sich diese Tendenz „im Namen der Gesundheit und Sicherheit der Gemeinschaft“ (siehe Punkt 2) auf die zahlreichen Farmen in der Region ausweitet, bleibt abzuwarten.
Unter dem Slogan „Ernähre die Welt, ohne den Planeten zu schaden“ hat das WEF die Initiative Food Innovation Hubs gestartet. Laut dieser Initiative sind 40% des Ackerlandes der Welt degradiert. Sie haben das Ziel, die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert und konsumiert werden, grundlegend zu ändern.
Die Strategie, die man damit verfolgt:
- Netto-Null-Treibhausgasemissionen
- Der Verlust der Natur umzukehren
- Die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt bis 2050
Welchen Einfluss hat das Zugunglück in East Palestine auf die bevorstehende Transformation der Landwirtschaft?
7) Amish People
In den Bundesstaaten Ohio und Pennsylvania befinden sich die meisten Amish Siedlungen. Amische führen ein stark in der Landwirtschaft verwurzeltes Leben und sind bekannt dafür, dass sie bestimmte moderne Techniken ablehnen und Neuerungen nur nach sorgfältiger Prüfung der Auswirkungen übernehmen. Die Amischen legen großen Wert auf eine Familie mit klar vorgegebenen Geschlechterrollen, Gemeinschaft und Abgeschiedenheit von der Außenwelt.
Sie sind autark und schwer in die „Neue Normalität“ zu integrieren.

Abb.3: Staaten geordnet nach der Amisch-Bevölkerung (Quelle) 8) Die Netflix Prophezeiung – „White Noise“
„Doch interessant ist, dass der Streamingdienst Netflix erst im letzten Jahr einen Film „Weißes Rauschen” (im englischen Original „White Noise”) gedreht hat, in dem ein solches Zugunglück auch in der dortigen Gegend geschah. Und das Beste daran: Auch Einwohner von East Palestine wurden dafür gecastet und laut einem vor zwei Monaten veröffentlichten Trailer zum Film wurde genau an der aktuellen Unfallstelle gedreht.“
Genauso interessant ist dabei ein Blick in die Hauptaktionärsliste von Netflix. Dort findet man wieder die uns schon bekannten Namen: Vanguard Inc., Blackrock Inc. und State Street Corporation.
Was ist Liebe zum Detail?
Es bedeutet, die Details kritisch zu durchdenken, Ablenkungen zu minimieren und zu lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
In diesem Zusammenhang ist die Zusammenfassung von Eva Herrmann sehr zu empfehlen.
Quellen (Stand vom 01.09.2023)
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Epidemiologie 4.0


Beim Durchstöbern der Nachrichtenschlagzeilen aus den letzten Tagen erfasst mich ein emotionaler Zustand, den ich spontan am ehesten als Déjà-vu bezeichnen würde.
Ein Déjà-vu ist ein Gefühl, bei dem man den Eindruck hat, eine bestimmte Situation oder einen Moment bereits erlebt zu haben, obwohl man weiß, dass das unmöglich ist. Der Begriff, der aus dem Französischen stammt und wörtlich „schon gesehen“ bedeutet, beschreibt ein spontanes, oft nur wenige Sekunden andauerndes Phänomen. In solchen Momenten entsteht ein merkwürdiges Gefühl der Vertrautheit, als ob die gegenwärtige Situation oder Umgebung bereits bekannt wäre, obwohl sie tatsächlich neu ist.
Wie es dazu kam? Alles begann mit dem Schlagwort: „WHO schlägt Alarm“.
„WHO schlägt Alarm wegen „miserabler“ Corona-Impfraten
Testergebnisse deuten auf steigende Corona-Infektionszahlen hin. Die UN-Gesundheitsorganisation WHO ist besorgt – und fordert Schutzmaßnahmen für Risikogruppen. Eine Trendwende sei nötig“, betitelt das Handelsblatt seinen Artikel vom 07.08.2024.„Die WHO schlägt Alarm: Neue Mpox-Ausbrüche in Afrika bedrohen die Gesundheit weltweit. Ein wichtiges Werkzeug zur Eindämmung aber fehlt“, liest man bei Stern eine Woche später.
Die „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ wird mit der „sehr besorgniserregenden“ Ausbreitung des Mpox-Virus begründet. Besonders beunruhigt die Weltgesundheitsorganisation eine neue Variante, die nach Einschätzung von Experten vor Ort ansteckender sein und schwerere Infektionen verursachen könnte. Detaillierte Studien stehen jedoch noch aus. In diesem Jahr wurden bereits über 14.000 Verdachtsfälle und mehr als 500 Todesfälle aus mehreren afrikanischen Ländern gemeldet – das sind mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Experten befürchten, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist, da nicht ausreichend getestet wird und viele Infizierte keine medizinische Hilfe aufsuchen. Es gibt zwar zwei Impfstoffe, aber bei weitem nicht genug Dosen, insbesondere in Afrika. Der Impfstoff gegen das Pockenvirus bietet auch Schutz vor einer Infektion mit dem Mpox-Virus.
Angeregt durch diesen Alarmismus fördert mein Erinnerungsvermögen eine Pressemitteilung von BioNTech und CEPI aus dem August 2023 zutage:
BioNTech und CEPI geben Partnerschaft zur Entwicklung eines mRNA-Mpox-Impfstoffs und zur Unterstützung von CEPIs 100-Tage-Ziel bekannt.
„Die Partnerschaft zwischen BioNTech und CEPI könnte dazu beitragen, die Reaktion auf künftige, durch Viren der Orthopoxvirus-Familie verursachte Ausbrüche auf verschiedene Weise zu beschleunigen. Beispielsweise könnte die Entwicklung eines mRNA-basierten Mpox-Impfstoffkandidaten, falls dieser erfolgreich genehmigt bzw. zugelassen wird, dazu beitragen, einen größeren Vorrat an Impfstoffen für den Einsatz bei künftigen Mpox-Ausbrüchen bereitzustellen. Darüber hinaus könnten die erhobenen Daten zur raschen Entwicklung von mRNA-basierten Impfstoffen gegen zukünftige durch Orthopoxviren verursachte Krankheiten beitragen.“„Wir glauben, dass unser wissenschaftlicher Ansatz und unsere mRNA-Technologie das Potenzial haben, einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung von CEPIs 100-Tage-Ziel zu leisten.“
… sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von BioNTech in diesem Beitrag.
Das erinnert mich daran, dass CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations – Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung) eine weltweite Allianz ist. Diese öffentlich-private Partnerschaft zwischen Regierungen, der WHO, der EU-Kommission, Forschungseinrichtungen, der Impfstoffindustrie und privaten Geldgebern, darunter die Bill & Melinda Gates Foundation, hat sich zum Ziel gesetzt, ein Forschungsnetzwerk aufzubauen. Dieses Netzwerk soll die Erforschung und Entwicklung neuer Impfstoffe fördern, um auf mögliche zukünftige Ausbrüche neuer viraler Infektionen besser und schneller reagieren zu können.
Unser Gedächtnis funktioniert oft assoziativ, was bedeutet, dass bestimmte Schlüsselwörter Erinnerungen an ähnliche oder verwandte Ereignisse, Informationen oder Erfahrungen auslösen können. Diese Verknüpfungen kommen oft plötzlich und unerwartet und führen zu interessanten Einsichten oder Verbindungen, die wir nicht bewusst gesucht haben. Es ist, als ob unser Gehirn einen reichen Fundus an Wissen durchstöbert und dabei Dinge zutage fördert, die wir längst vergessen haben oder nicht direkt mit dem aktuellen Thema in Verbindung gebracht hätten. Solche spontanen Erinnerungen können uns helfen, neue Zusammenhänge zu entdecken oder bekannte Informationen aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Und so kommt es, wie es kommen muss. Ich lande im Januar 2023 als Bill Gates in einem Interview in der Sendung 7.30 auf ABC TV folgendes sagte:
Quelle: ABC News „Wir werden natürliche Epidemien haben und leider
werden wir in Zukunft möglicherweise
einige unnatürliche Epidemien haben.“Ich weiß nicht, wie es dir mit dieser Aussage geht, lieber Leser? Nun, ich kenne diesen Begriff nicht. Darum bin ich auf die Suche gegangen und habe unter anderem auch das allwissende Wikipedia befragt. Dort gibt es jede Menge Definitionen zu verschiedenen Arten von Epidemien, aber eine Erklärung für eine „unnatürliche Epidemie“ konnte ich auch dort nicht finden.
Was ist eine „unnatürliche Epidemie“?
Was muss man sich darunter vorstellen?
Entsteht sie unnatürlich – also künstlich?
Ich habe keine Ahnung, was Bill Gates uns damit sagen will? Wird die Evolution neu geschrieben: Es gibt natürliche und unnatürliche Epidemien?Dann fiel mir ein, dass ich auch Chat GPT um Rat fragen könnte.
Ich frage also Chat GPT:
Kannst du etwas mit dem Begriff „unnatürliche Epidemie“ anfangen?Hier die Antwort von Chat GPT:
Der Begriff „unnatürliche Epidemie“ könnte auf eine Situation hinweisen, in der eine Epidemie oder ein Ausbruch von Krankheiten auf Umstände zurückzuführen ist, die nicht auf natürliche Weise entstanden sind. Hier sind einige mögliche Bedeutungen oder Interpretationen:
- Biologische Manipulation: Eine „unnatürliche Epidemie“ könnte darauf hinweisen, dass die Epidemie durch menschliche Einflüsse verursacht wurde, wie zum Beispiel durch die Freisetzung genetisch veränderter Organismen oder Krankheitserreger.
- Biochemische Unfälle: Es könnte sich auf einen Ausbruch von Krankheiten beziehen, der durch einen Unfall in einem Labor oder einer Einrichtung verursacht wurde, die mit gefährlichen biologischen oder chemischen Stoffen arbeitet.
- Bioterrorismus: Der Begriff könnte auf einen absichtlich verursachten Ausbruch von Krankheiten durch terroristische Aktivitäten oder biologische Angriffe hinweisen.
- Umweltverschmutzung: Eine „unnatürliche Epidemie“ könnte sich auf eine Situation beziehen, in der Umweltverschmutzung oder der unsachgemäße Umgang mit Abfallstoffen zu einem massiven Anstieg von Krankheiten geführt hat.
- Falsche Handhabung von Medikamenten oder Impfstoffen: Es könnte darauf hinweisen, dass eine Epidemie aufgrund von fehlerhaften oder unsachgemäßen medizinischen Praktiken auftritt.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Begriff „unnatürliche Epidemie“ nicht unbedingt ein etablierter medizinischer oder wissenschaftlicher Begriff ist, sondern eher eine Beschreibung für Situationen, in denen die normale Ausbreitung von Krankheiten durch menschliche Eingriffe beeinflusst wurde.
„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“
Alan Curtis Kay – amerikanischer Informatiker
Quellen (Stand vom 15.08.2024)

Epidemiology 4.0
Browsing through the news headlines from the last few days, I am gripped by an emotional state that I would spontaneously describe as déjà vu.
A déjà vu is a sensation where one feels as though they have already experienced a particular situation or moment, even though they know this is impossible. The term, which comes from French and literally means „already seen”, describes a spontaneous phenomenon that often lasts only a few seconds. In these moments, a strange sense of familiarity emerges, as if the present situation or environment were already known, despite being entirely new.
How did it all begin? It started with the phrase: „WHO sounds the alarm”.
„WHO sounds the alarm over ‘miserable’ corona vaccination rates
Test results indicate rising coronavirus infection rates. The UN health organisation WHO is concerned – and is calling for protective measures for risk groups. A trend reversal is necessary”, headlines Handelsblatt in its article from August 7, 2024.„The WHO sounds the alarm: New Mpox outbreaks in Africa threaten global health. However, a crucial tool for containment is missing”, reads Stern a week later.
The „public health emergency of international concern” is justified by the „very worrying” spread of the Mpox virus. The World Health Organisation is particularly concerned about a new variant which, according to local experts, could be more contagious and cause more severe infections. However, detailed studies are still pending. This year, over 14,000 suspected cases and more than 500 deaths have already been reported from several African countries – more than in the whole of last year. Experts fear that this is just the tip of the iceberg, as there is insufficient testing and many infected people are not seeking medical help. Although there are two vaccines available, there are nowhere near enough doses, especially in Africa. The vaccine against the smallpox virus also offers protection against infection with the Mpox virus.
Inspired by this alarmism, my memory brings to light a press release from BioNTech and CEPI from August 2023:
BioNTech and CEPI Announce Partnership to Advance mRNA Mpox Vaccine Development and Support CEPI’s 100 Days Mission
„The partnership between BioNTech and CEPI could help accelerate responses to future outbreaks caused by viruses of the Orthopoxvirus viral family in several ways. For example, advancing the development of an mRNA-based mpox vaccine candidate, if successfully approved and authorized, could help provide larger supplies of vaccines for use against future mpox outbreaks. In addition, the data generated could contribute to the rapid development of mRNA-based vaccines against future outbreaks caused by Orthopoxviruses”, can be read there.„We believe our scientific approach as well as our mRNA technology have the potential to significantly contribute to deliver on CEPI’s 100 Days Mission”, said Prof Dr Ugur Sahin, CEO and co-founder of BioNTech in this article.
This reminds me that CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) is a global alliance. This public-private partnership between governments, the WHO, the EU Commission, research organisations, the vaccine industry and private donors, including the Bill & Melinda Gates Foundation, has set itself the goal of establishing a research network. This network is intended to promote the research and development of new vaccines in order to be able to respond better and faster to possible future outbreaks of new viral infections.
Our memory often functions associatively, meaning that certain keywords can trigger memories of similar or related events, information, or experiences. These connections often arise suddenly and unexpectedly, leading to interesting insights or links that we did not consciously seek. It’s as if our brain is sifting through a vast reservoir of knowledge, bringing to light things we may have long forgotten or not directly associated with the current topic. Such spontaneous memories can help us discover new connections or view familiar information from a fresh perspective.
And so the inevitable happened. I ended up in January 2023 when Bill Gates said the following in an interview on the 7.30 programme on ABC TV:
Quelle: ABC News „We will have natural epidemics and unfortunately we may have some unnatural epidemics in the future.”
I don’t know how you feel about that statement, dear reader? Well, I don’t know this term. That’s why I went looking for it and consulted the all-knowing Wikipedia, among other things. There are lots of definitions of different types of epidemics there, but I couldn’t find an explanation of an ‚unnatural epidemic‘ there either.
What is an ‚unnatural epidemic‘?
What does it mean?
Does it arise unnaturally – i.e. artificially?
I have no idea what Bill Gates is trying to tell us?
Is evolution being rewritten? There are natural and unnatural epidemics?Then I remembered that I could also ask Chat GPT for advice.
So I ask Chat GPT:
Can you do anything with the term ‚unnatural epidemic‘?”Here is the answer from Chat GPT:
The term ‚unnatural epidemic‚ could refer to a situation in which an epidemic or outbreak of disease is due to circumstances that did not occur naturally. Here are some possible meanings or interpretations:
- Biological manipulation: an ‚unnatural epidemic‘ could indicate that the epidemic was caused by human influences, such as the release of genetically modified organisms or pathogens.
- Biochemical accidents: It could refer to an outbreak of disease caused by an accident in a laboratory or facility working with hazardous biological or chemical substances.
- Bioterrorism: the term could refer to a deliberate outbreak of disease caused by terrorist activities or biological attacks.
- Environmental pollution: an ‚unnatural epidemic‘ could refer to a situation in which environmental pollution or the improper handling of waste materials has led to a massive increase in diseases.
- Mishandling of medications or vaccines: It could indicate that an epidemic is occurring due to faulty or improper medical practices.
It is important to note that the term ‚unnatural epidemic‚ is not necessarily an established medical or scientific term, but rather a description of situations where the normal spread of disease has been affected by human intervention.Formularbeginn
„The best way to predict the future is to invent it.“
Alan Curtis Kay – US computer scientist
Sources (as of 15.08.2024)
Bill Gates, biochemical accidents, biochemische Unfälle, biological manipulation, biologische Manipulation, BioNTech, bioterrorism, Bioterrorismus, Covid, Desease, Epidemic, Epidemie, Epidemiologie, epidemiology, Gain-of-Function, GMO, GoF, Impfung, Mpox, Seuche, unnatürliche Epidemie, unnatural epidemic, vaccination -
Das Spike-Protein im Fokus


In diesem Artikel nehmen wir das Spike-Protein mal genauer unter die Lupe und betrachten deren Besonderheiten und Auffälligkeiten, die es wirklich wert sind, mal ausführlicher zu diskutieren.
Aufbau des SARS-CoV-2 – Spike-Proteins
Warum SARS-CoV-2 so erfolgreich ist
Die Furin-Spaltstelle – FCS
Die Rezeptorbindungsdomäne – RBD
SchlusswörterCoronaviren gibt es schon lange [1]. Sie infizieren Säugetiere, Nager, Vögel und auch den Menschen. Im Allgemeinen kommen wir gut miteinander aus, zumindest bei Vorhandensein eines intakten Immunsystems. Sonst wären wir vermutlich schon längst ausgestorben.
Und dann kam SARS-CoV-2. Dieses Virus aus der Familie der Coronaviren ist ansteckender und tödlicher als seine Vorgänger. Seine Geschichte beginnt auf einem Tiermarkt in Wuhan. Doch wo kommt das Virus auf einmal her und was macht es auf dem Markt? Zu dieser Geschichte gehört auch das Institute of Virology (WIV) – ein Forschungsinstitut in Wuhan, das unter anderem auch an Coronaviren forscht. … Ist das Virus in einem Tier entstanden und hat es sich dann auf dem Markt mit einem Menschen angefreundet (Zoonose)? Oder hat jemand vom Labor zum Feierabend seine Hände nicht ausreichend desinfiziert? Oder noch viel schlimmer, hat man die Labortür absichtlich offen stehenlassen?
Um es vorweg zu nehmen: Natur oder Labor – darüber wird bis heute heftig diskutiert. Zu Beginn der Geschichte war der Schuldige schnell gefunden – die Fledermaus war’s. Und tatsächlich existiert eine enge Verwandtschaft des SARS-CoV-2 zu Coronaviren in Fledermäusen und auch zu Coronaviren in Pangolinen, das sind Säugetiere mit Schuppen. Bei der weiteren Suche rund um den Ursprung von SARS-CoV-2 tauchen weitere Zwischenwirte auf, z.B. Frettchen, Katzen, Hirsche, Kamele und noch viele mehr. In der Natur-Geschichte sind die Fledermaus Coronaviren auf einen Zwischenwirt gesprungen und von dem dann auf den Menschen.

Die Frage nach der Herkunft des Virus werde ich hier nicht beantworten können. Um ein bisschen mehr Licht ins Dunkel der Hypothesen und Theorien zur Herkunft von SARS-CoV-2 zu bringen, habe ich in diesem Artikel wesentliche Fakten zum Thema zusammengetragen und die schwierigen biologischen Informationen so gut es geht auseinander gedröselt. Nachdem du, lieber Leser, dich durch die Menge an Fakten hindurchgearbeitet hast, wirst du selbst in der Lage sein, für dich eine Antwort auf die Ursprungsfrage zu finden. Also, dann legen wir mal los. Wir beginnen mit dem Aufbau.
Aufbau des SARS-CoV-2 – Spike-Proteins
Bisher haben wir das Spike-Protein zum besseren Verständnis vereinfacht dargestellt (Abb.1a). Das Spike-Protein ist im Prinzip ein Schlüssel, mit dem das Virus versucht, das Schloss der Wirtszelle aufzuschließen. Wenn der Schlüssel passt, dann öffnet das Virus die Wirtszelle und schleust seine Erbinformation hinein.
Das Spike-Protein bindet dabei besonders gern an die ACE2-Rezeptoren der Wirtszelle. Solche Zellen mit ACE2-Rezeptoren kommen praktisch überall im menschlichen Körper vor, man findet sie auf den Epithel- und Endothelzellen und hier vor allem in den Atemwegen, im Herz, den Nieren und im Darm. Warum haben menschliche Zellen ACE2-Rezeptoren (Angiotensin-I-Converting-Enzym-2)? Einfach formuliert, ACE2 spielt im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle für das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem.

Abb.1a: Spike-Protein (Schlüssel) bindet an ACE2-Rezeptor (Schloss), Schlüssel-Schloss-Prinzip 
Abb.1b: Detaillierter Aufbau des Spike-Proteins Bei genauerer Betrachtung (Abb.1b) ist das Spike ein trimeres Protein, d.h. es besteht im wesentlichen aus drei Hauptregionen: einem zytoplasmatischen Schwanz (IC), einer Transmembranregion (TM) und einer Ektodomäne (das ist der Abschnitt, der als Stachel herausragt und an Wirtszellen bindet). Für uns spielt im weiteren nur die Ektodomäne eine Rolle. Sie besteht wiederum aus zwei Hauptregionen, der s1-Region und der s2-Region.
Im Fokus stehen die beiden Hauptmerkmale des Spike-Proteins von SARS-CoV-2:
das Vorhandensein- einer Furin-Spaltstelle (FCS) und
- einer Rezeptorbindungsdomäne (RBD),
die den direkten SARS-CoV-2-Vorfahren fehlen.
Warum SARS-CoV-2 so erfolgreich ist
Oder anders formuliert, WIE schafft es SARS-CoV-2 so erfolgreich, Wirtszellen zu kapern?
Die s1-Region ist für das Andocken an die Zielzelle zuständig (Abb.2). Sie bindet an den ACE2-Rezeptor der Wirtszelle. Die Spitze der s1-Region – also das RBD – passt dabei erstaunlich gut an den ACE2-Rezeptor.
s2 enthält die Fusionsmaschinerie, die es dem Virus ermöglicht, mit der Wirtszelle zu verschmelzen. Die s2-Region wird allerdings von der s1-Region abgeschirmt.

Abb.2: ACE2, Furin und TMPRSS2 sind am Eintritt von SARS-CoV-2 in die Wirtszelle beteiligt Um s2 freizulegen, müssen Enzyme zwei Schnitte daran ausführen. Der erste Schnitt wird durch das körpereigene Furin ausgeführt, das an der Oberfläche von Zellen sitzt (Abb.3b-3c). Furin-Spaltstellen (s1/s2 site) sind für das Enzym Furin (also für die Schere) ein Erkennungszeichen, an dieser Stelle das Protein zu schneiden und dadurch zu aktivieren.

Abb.3a: schematischer Aufbau des Spike-Proteins
Abb.3b: Ein Strukturmodell des SARS-CoV2-Spike-Proteins. s1/s2-site = FCS [2]
Abb.3c: Furin (die körpereigene Schere) schneidet die Furin-Spaltstelle (FCS)In einer Studie [3] wurde festgestellt, dass die Zugänglichkeit des Furins zur Furin-Spaltstelle durch das Vorhandensein der RBD-Region verbessert wird. Durch die gute bzw. engere Bindung von RBD an ACE2 ragt die minimale Furin-Spaltstelle mehr heraus (Abb.3b) und ist so besser für die Furin-Schere erreichbar.
Der zweite Schnitt wird durch das Enzym TMPRSS2 ausgeführt (Abb.2). Die genaue biologische Funktion von TMPRSS2 (Transmembranprotease Serin 2) ist derzeit weitgehend unbekannt (Stand 01.2021). Bäurle und sein Team [3] konnten rechnerisch zeigen, dass die gute Bindung zwischen RBD und ACE2 zu einer verstärkten Furin-Bindung führt, was die Bindung zum Enzym TMPRSS2 fördert.
Nach der Spaltung der s1/s2-Region liegt s2 frei (Abb.2). Nun streckt sich s2 in Richtung Wirtszellmembran und bohrt sich in diese hinein. Dabei wird die Virushülle an die Zellhülle herangezogen und sie verschmelzen miteinander. Nach der Fusion wird das Viruserbgut in der Wirtszelle freigesetzt und die Virusproduktion kann beginnen.
Die Furin-Spaltstelle – FCS
Man macht sich überhaupt keine Vorstellungen darüber, wie viele Forschungsstudien zu SARS-CoV-2 existieren, bis man anfängt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Menge ist schier unglaublich. Auch zur Furin-Spaltstelle gibt es etliche Forschungsstudien. Einige davon hat DrBeen analysiert. Ich beziehe mich hier in den Erklärungen vorzugsweise auf seine gut verständlichen Analysen [4],[5].
„Anfang Februar 2020, noch bevor die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte [6], dass ein neuartiger Stamm eines Coronavirus den Globus überschwemmt, berichteten Forscher in Nature [7], darunter die Virologin Shi Zhengli, die das Zentrum für neu auftretende Infektionskrankheiten am Wuhan-Institut für Virologie in China leitet, dass das genetische Material, aus dem SARS-CoV-2 besteht, zu 96,2 % mit RaTG13, einer unveröffentlichten Fledermaus-Coronavirus-Sequenz, identisch ist. Shi Zhengli, die sich mit der Erforschung von SARS-ähnlichen Fledermaus-Coronaviren befasst, bezeichnete RaTG13 als „engsten Verwandten“ des neuen Virus und sagte, dass die beiden Viren vermutlich „eine andere Abstammung als andere SARS-CoVs“ haben.“ [4]
Das Fledermaus-Coronavirus RaTG13 (RA für Rhinolophus affinis, TG für TongGuan, dem Probenentnahmeort) und das Human SARS-CoV-2 sind also zu 96,2 % identisch, aber in 3,8 % unterscheiden sie sich.
Im Februar 2022 erschien in „Frontiers in Virology“ eine zentrale Studie [8] von neun Forschern führender US-Universitäten. Diese Studie beinhaltet neuen Zündstoff zur alten Frage: Natur oder Labor?
Die Autoren der Studie verglichen die genetischen Sequenzen von SARS-CoV-2 und seinem engsten bekannten Vorfahren RaTG13. Sie stellten zahlreiche Unterschiede zwischen den beiden Viren fest und sie fanden eben auch ein ungewöhnliches Cluster von Mutationen, die in RaTG13 nicht vorkommen: eine 12 Nukleotid lange Furin-Spaltstelle (FCS), so eine kleine Schleife wie in Abb.3b dargestellt.
Und nicht nur diese Forscher auch noch viele andere Forscher fanden die Furin-Spaltstelle (FCS) und diskutierten diesen Teil des Spike-Proteins von SARS-CoV-2, um hier nur einige zu nennen [15, 16, 17, 18, 19, 20]. Wie schon erwähnt, fehlt dieser FCS-Teil den direkten Vorfahren, also der Fledermaus oder den Zwischenwirten.
„Die erste Entdeckung des FCS auf dem SARS-CoV-2-Spike-Protein wurde im April 2020 von einer Gruppe von Forschern aus Frankreich und Kanada in der Zeitschrift Antiviral Research [9] veröffentlicht. Die Furin-Spaltstelle auf dem Spike findet sich nur bei einem anderen Betacoronavirus – MERS. Die Forscher fanden auch heraus, dass dieses Merkmal dem Virus einen „Funktionsgewinn“ verschaffen könnte, „um sich effizient in der menschlichen Bevölkerung zu verbreiten“.“ [4]
Nun sind Mutationen an sich nichts ungewöhnliches. Durch den Austausch, das Einfügen oder den Verlust einzelner oder mehrere Nukleotide verändern sich Gene. Aber so eine große spontane Mutation von 12 Nukleotiden, die alle auf einmal auftauchen?
An dieser Stelle sei noch einmal das sehr verständliche Video von DrBeen [5] zum Thema empfohlen. Es ist wirklich sehenswert, wie sich DrBeen zur Erklärung Punktmutationen ins Gesicht klebt.
Schauen wir uns zunächst mal diese FCS-Region genauer an (Abb.4), um die es hier geht. SARS-CoV-2 besteht aus ca. 30.000 Basen (Nukleotiden). Der genetische Code des Spike-Proteins liegt im Gen-Abschnitt 21.502 bis 25.269. Innerhalb dieses Gen-Abschnittes gibt es einen Bereich mit dem Namen Furin-Spaltstelle (FCS). Der Bereich der Furin-Spaltstelle ist 12 Nukleotide lang. [5]
Je 3 aufeinanderfolgende Nukleotide werden als Codon oder Basentriplett bezeichnet. Ein Codon steht für eine Aminosäure (Codon = Code für eine Aminosäure). Eine Aminosäure ist ein Baustein eines Proteins. Die 12 Nukleotide ergeben die 4 Aminosäuren: PRRA (die spontane Mutation).

Abb.4: Unterschiede des FCS-Merkmals des Spike-Proteins in Human-SARS-CoV-2 und verwandten Coronaviren (Teile der Informationen sind dem Artikel „The proximal origin of SARS-CoV-2“ [10] entnommen) So eine spezielle Veränderung in genau dieser einen Region des Genoms, an der sich so viele Nukleotide auf einen Schlag verändert haben, wird normalerweise bei Mutationen nicht gesehen. In seiner gesamten näheren Verwandtschaft ist SARS-CoV-2 das einzige Virus mit einer Furin-Spaltstelle.
Da das sehr ungewöhnlich ist, haben sich die Forscher der Studie [8] von 2022 diese Region des Genoms nochmal genauer angesehen. Sie nahmen also den Abschnitt der „spontanen Mutation“, also diese Insertion von 12 Nukleotiden, und durchsuchten damit die BLAST-Datenbank. BLAST ist laut Wikipedia „der Überbegriff für eine Sammlung der weltweit am meisten genutzten Programme zur Analyse biologischer Sequenzdaten. BLAST wird dazu verwendet, experimentell ermittelte DNA- oder Protein-Sequenzen mit bereits in einer Datenbank vorhandenen Sequenzen zu vergleichen.“
Und es „stellte sich heraus, dass ein 19-Nukleotid-Abschnitt des SARS-CoV-2-Genoms, der die 12-Nukleotid-FCS umfasst, eine „100%ige komplementäre Übereinstimmung mit einer codon-optimierten proprietären Sequenz“ von Moderna ist [4].“ Diese Sequenz wurde von Moderna Therapeutics, Inc. im März 2017 patentiert [11]. (Eine Erläuterung, was unter einer „codon-optimierten proprietären Sequenz“ zu verstehen ist, folgt weiter unten im Text.)
Das ist schon verrückt, nicht wahr? Und es gibt noch mehr verrückte Zufälle. Aber eins nach dem anderen.
Das Patent bezieht sich auf Zusammensetzungen und Verfahren zur Herstellung und Verwendung von onkologiebezogenen Proteinen und Peptiden. (Die Onkologie ist ein Bereich der Medizin, der sich mit allen gut- und bösartigen Tumorarten sowie Krebserkrankungen befasst.) Schaut man in das Moderna Patent, sieht man als Laie nur Buchstaben. Wo findet sich dort die Übereinstimmung? An dieser Stelle kann uns Igor Chudov [12] weiterhelfen. Er hat eine Twitter-Anfrage gestartet und folgende Antwort bekommen.
Eine etwas kürzere Darstellung des Patents findet sich hier [13]. Und die komplementäre Übereinstimmung der spontanen Mutation in SARS-CoV-2 mit dem Patent betrifft die Position 2733 – 2751 (siehe Abb.5):

Abb.5: Ausschnitt aus dem Moderna-Patent 9.587.003 Position 2733-2751 Gut, jetzt kann man sagen… da sind doch aber jede Menge Buchstaben, da kann es schon mal vorkommen, dass sich irgendetwas wiederholt. Die Forscher, die die BLAST-Suche durchgeführt haben, sagen folgendes: „Die Untersuchung … ergab, dass sich die Übereinstimmung über die 12-Nukleotid-Insertion hinaus auf eine 19-Nukleotid-Sequenz erstreckt … Dies ist in der NCBI BLAST-Datenbank sehr selten [8].“
Wir prüfen noch die komplementäre Übereinstimmung. Dazu geben wir die Patent-Sequenz „CTACGTGCCCGCCGAGGAG“ in den Komplementär-Sequenz-Generator [14] ein und erhalten:
Das Moderna-Patent US 9.587.003 – Position 2733-2751:
CT ACG TGC CCG CCG AGG AGnach Überprüfung mit Komplementär-Sequenz-Generator:
CT CCT CGG CGG GCA CGT AGstimmt überein mit den 19 Nukleotiden um FCS von SARS-CoV-2:
CT CCT CGG CGG GCA CGT AGKommen wir nun zum nächsten verrückten Zufall.
Die Forscher [8], die die BLAST-Suche durchgeführt haben, fanden außerdem heraus, dass diese Komplementär-Sequenz auch identisch ist mit einer Gen-Struktur, die ein Protein in menschlichen Zellen bildet und dieses Protein heißt MSH3.
Oder im Fachjargon: „Eine BLAST-Suche ergab, dass ein 19-Nukleotid-Abschnitt des SARS-CoV-2-Genoms, der die Furin-Spaltstelle umfasst, eine 100%ige komplementäre Übereinstimmung mit einer codon-optimierten proprietären Sequenz aufweist, die das umgekehrte Komplement des menschlichen mutS-Homologs (MSH3) ist.“ [8]
Wie versprochen, hier die Erläuterung was man unter einer „codon-optimierten proprietären Sequenz“ versteht. „Proprietäre Sequenz“ bedeutet, eine spezielle Gen-Sequenz ist patentiert von einem Unternehmen. Damit eine isolierte Gen-Sequenz effektiv vom Ribosom abgelesen werden kann, optimiert man sie. Dabei ist es üblich, Nukleotide zu ändern, z.B. bestimmte Codons zu verwenden, die ein Organismus statistisch am häufigsten verwendet, um die Gen-Sequenz für den Ablesevorgang am Ribosom zu stabilisieren. Durch die Codon-Veränderungen bleibt aber die Aminosäurensequenz für die entsprechende Gen-Sequenz erhalten. Oder einfach und verständlich formuliert: codon-optimiert = Smart Gen.
Mit anderen Worten, in dem SARS-CoV-2 Genom taucht ein humanoptimiertes MSH3 Gen auf. In Abb.6 nochmal die bildliche Darstellung des bisher erörterten Sachverhaltes.

Abb.6: Der 19-Nukleotid-Abschnitt des SARS-CoV-2-Genoms (Teile der Informationen sind dem Artikel in [8] und [10] entnommen) Aber bitte und das muss man hier an dieser Stelle trotzdem sagen, natürlich kann so etwas auch zufällig entstehen. Das sagen auch die Forscher der Studie: Die in SARS-CoV-2 vorhandene Sequenz des umgekehrten Komplements des menschlichen mutS-Homologs (MSH3) kann zufällig vorkommen, doch müssen auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden [8].
Und sie machten sich auch die Mühe, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der diese Korrelation zwischen SARS-CoV-2-Sequenz und dem umgekehrten Komplement einer patentierten mRNA-Sequenz (von MSH3) auftritt. „Konventionelle biostatistische Analysen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass diese Sequenz zufällig in einem 30.000-Nukleotid-Virusgenom vorhanden ist, bei 3,21 × 10-11 = 0,000000000321 liegt.“ [8]
Sie kommen in ihrer Studie [8] zu folgender Schlussfolgerung. Zitat: „Das Vorhandensein einer 19-Nukleotid-RNA-Sequenz in SARS-CoV-2, die für ein FCS an der Aminosäure 681 seines Spike-Proteins kodiert und zu 100 % mit dem umgekehrten Komplement einer proprietären MSH3-mRNA-Sequenz identisch ist, ist höchst ungewöhnlich. Mögliche Erklärungen für diese Korrelation sollten weiter untersucht werden.“
Was macht MSH3?
Während der Teilung einer Zelle wird von der DNA eine Kopie erstellt. Diesen Vorgang der Verdopplung nennt man DNA Replikation. Bei der Replikation der DNA passieren immer wieder Fehler, irgendetwas ist zu viel, irgendetwas passt nicht oder fehlt. Um DNA Schäden zu reparieren, haben die Zellen sogenannte Reparatur-Proteine. MSH3 zusammen mit MSH2 und MSH6 sind solche Reparatur-Proteine. Wir haben sie in unseren Zellen.
Für die Reparatur bilden diese Proteine bestimmte Paarungen (Abb.7). Dabei bindet sich MSH2 mit MSH6 zu einem MSH2-MSH6-Komplex. Und MSH2 mit MSH3 bindet sich zu einem MSH2-MSH3-Komplex. Diese Komplexe führen dann die DNA-Reparatur aus.

Abb.7: MSH2, MSH3 und MSH6 bilden Komplexe Für eine stabile DNA-Reparatur müssen diese drei Proteine ein gewisses Gleichgewicht haben.

Abb.8: MSH2-MSH3-Komplexe und MSH2-MSH6-Komplexe sind im Gleichgewicht Kommt es zum Beispiel zu einem Verlust des MSH3-Proteins, dann können sich keine MSH2-MSH3-Komplexe bilden. Ein Teil der DNA-Reparatur findet nicht statt und es kann zur Tumorbildung kommen.
Wenn das SARS-CoV-2-Virus in eine Zelle eindringt, fängt es an sich zu replizieren, sprich es vermehrt sich. Es bildet zuerst Teile von sich, also auch Genom-Teile. Das Genom hat auch MSH3-Sequenzen. Wenn die MSH3-Sequenzen exprimiert würden, dann entstünden viele MSH3-Proteine. Das würde bedeuten, es würde zu einer Überexpression von MSH3 kommen. MSH3 würde sich mit MSH2 verbinden und für MSH6 gäbe es nicht mehr genügend MSH2 (Abb.9).

Abb.9: Durch Überexpression von MSH3 entsteht ein Ungleichgewicht Das heißt, durch eine Überexpression von MSH3 würde ein Ungleichgewicht entstehen. Das Reparatursystem könnte dann nicht mehr richtig funktionieren. Eine Beeinträchtigung des Reparatursystems wäre ein Problem. Dies könnte zu schwereren Erkrankungen, längeren Genesungszeiten und möglicherweise Krebs führen. [5]
Der aufmerksame Leser hat sicherlich bemerkt, dass die letzten Sätze im Konjunktiv 2 stehen. Die Überexpression von MSH3 ist eine mögliche Hypothese.
Die Rezeptorbindungsdomäne – RBD
Die Möglichkeit, dass Pangoline der Zwischenwirt für SARS-CoV-2 sein könnten, wird seit langem diskutiert. Der Grund dafür ist die Rezeptorbindungsdomäne RBD, die bei Pangolin-CoVs und SARS-CoV-2 nahezu identisch ist, siehe Abb.10. Diese RBD-Region am SARS-CoV-2-Spike passt erstaunlich gut an den ACE2-Rezeptor.

Abb.10: Unterschiede des RBD-Merkmals des Spike-Proteins in SARS-CoV-2 und verwandten Coronaviren (Teile der Informationen sind dem Artikel “The receptor binding domain of SARS-CoV-2 spike protein is the result of an ancestral recombination between the bat-CoV RaTG13 and the pangolin-CoV MP789“ [21] entnommen) Obwohl die Ähnlichkeit des Pangolin-Gesamtgenoms mit SARS-CoV-2 geringer ist als mit RaTG13, weist der aus den Pangolinen isolierte MP789-Stamm eine nahezu identische RBD wie SARS-CoV-2 auf. Und auch hier stellt sich die Frage, wie kommt sie dahin: Natur oder Labor?
Viele Forscher stehen hinter der Annahme eines natürlichen Ursprungs, unter anderem Kristian G. Andersen, auf dessen viel zitierte und auch viel kritisierte Studie [22] ich hier verweisen möchte.
Und ich möchte auch auf einige kritische Stimmen verweisen. Zum Beispiel auf einen lesenswerten Bericht von Nicholas Wade [23], der alle verfügbaren wissenschaftlichen Fakten sortiert und beleuchtet hat, damit der Leser sein eigenes Urteil fällen kann.
Und es sei eine weitere kritische Studie genannt, die die Annahme des natürlichen Ursprungs nicht teilt, eine Arbeit [15] von Rossana Segreto, Yuri Deigin, die einen kleinen Einblick in die über 20jährigen Forschungsarbeiten zu Coronaviren gibt. Sie geben zu bedenken: „Damit eine solche Rekombination auf natürliche Weise stattfinden kann, müssen die beiden Viren gleichzeitig dieselbe Zelle im selben Organismus infiziert haben. Dies ist angesichts der geringen Populationsdichte von Pangolinen und des geringen Vorhandenseins von CoVs in ihren natürlichen Populationen ein eher unwahrscheinliches Ereignis. Darüber hinaus zeigten Rezeptorbindungsstudien von rekonstituiertem RaTG13, dass es nicht an Pangolin ACE2 bindet.“
Daran anknüpfend folgende Studie [24] von Yujia Alina Chan, Shing Hei Zhan: „Nach unserem Kenntnisstand stammen alle veröffentlichten Pangolin-CoV-Genomsequenzen, die eine sehr ähnliche Spike-Rezeptor-Bindungsdomäne mit SARS-CoV-2 teilen, aus dieser einzigen Charge von geschmuggelten Pangolinen. Dies wirft die Frage auf, ob Schuppentiere in freier Wildbahn wirklich Reservoire oder Wirte von SARS-CoV-2-verwandten Coronaviren sind oder ob sich die Schuppentiere während des Schmuggels mit dem CoV von einer anderen Wirtsart infiziert haben könnten.“
Abschließend noch eine Buchempfehlung „Das Virus: Auf der Suche nach dem Ursprung von Covid-19“ [25]. Der Jenaer Molekularbiologe Günter Theißen begibt sich darin wie ein Kriminalkommissar auf die spannende Suche nach der Wahrheit und wundert sich über die Widerstände, die sich dieser kritischen Suche in den Weg stellen.
Schlusswörter
Zum Schluss möchte ich noch Stephane Bancel, CEO von Moderna zu Wort kommen lassen. In einem Fox News-Interview mit Maria Bartiromo am 24.02.2022 wurde um seine Reaktion auf das Ergebnis der oben beschriebenen Studie [8] gebeten, dass eine in SARS-CoV-2 vorhandene Gensequenz mit einem Patent übereinstimmt, das Moderna drei Jahre vor der Pandemie eingereicht hatte. Hier ist Bancels Antwort:
„Meine Wissenschaftler untersuchen diese Daten, um zu sehen, wie genau sie sind oder nicht. Wie ich bereits sagte, ist die Hypothese einer Flucht aus einem Labor durch einen Unfall möglich. Wissen Sie, Menschen machen Fehler. Ist es also möglich, dass das Wuhan-Labor in China an der Virusverbesserung oder Genmodifikation arbeitete und dann gab es einen Unfall, bei dem jemand im Labor infiziert wurde und dann seine Familien und Freunde infizierte – es ist möglich. Bei der Behauptung, die Sie gerade erwähnt haben, analysieren die Wissenschaftler, ob sie wahr ist oder nicht.“
Mehr als ein Jahr später… Mmh, hat er nochmal darauf Bezug genommen? Ist mir zumindest nicht bekannt. Vielleicht analysieren die Wissenschaftler immer noch die Behauptung?
Mein fabelhaftes Schlusswort: Wie eingangs erwähnt, kann ich nicht sagen, ob der Ursprung des Virus natürlich oder künstlich ist. Ich habe da so meine eigene Hypothese. Das Ereignis der spontanen Mutation könnte sich ja auch wie folgt abgespielt haben. In der Cafeteria eines chinesischen Labors trafen sich in einer Testpause eine Fledermaus, ein Pangolin, ein Frettchen, ein Hirsch, eine Katze und ein mir unbekannter Zwischenwirt. Aus ungeklärter Ursache gab es nicht genügend saubere Kaffee-Tassen im Schrank. Die Tiere einigten sich darauf, aus ein und derselben Tasse zu trinken. Sowieso waren sie ja schließlich im Schicksal vereint. Ähnlich wie eine Friedenspfeife machte die Kaffee-Tasse nun ihre Runde und nach etlichen Runden entstand eine magische Singularität in der Evolutionstheorie. In diese Magie platzte ein Labormitarbeiter, um die Pause zu beenden. Die Tiere hatten aber keine Lust mehr auf diese ewige Testerei und … es kam zu einer wilden Rauferei, bei dem vermutlich der Labormitarbeiter einige Blessuren davontrug. Was danach passierte, nun ja, wer weiß das schon so genau. Daher ist es wirklich ungemein wichtig, alles sauber zu halten und immer alle Tassen im Schrank zu haben.

Quellen (Stand vom 10.01.2023)
[1] bioRxiv, THE PREPRINT SERVER FOR BIOLOGY, „An ancient viral epidemic involving host coronavirus interacting genes more than 20,000 years ago in East Asia“, doi: 10.1016/j.cub.2021.05.067, 13.01.2021, https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.11.16.385401v2.full
[2] nature, scientific reports, „The sequence at Spike S1/S2 site enables cleavage by furin and phospho-regulation in SARS-CoV2 but not in SARS-CoV1 or MERS-CoV“, Mihkel Örd, Ilona Faustova, Mart Loog, 09.10.2020,
https://www.nature.com/articles/s41598-020-74101-0
https://www.nature.com/articles/s41598-020-74101-0/figures/1[3] SpringerLink, „Study of protease-mediated processes initiating viral infection and cell–cell viral spreading of SARS-CoV-2“, Thanawat Thaingtamtanha, Stephan A. Baeurle, 19.07.2022,
https://link.springer.com/article/10.1007/s00894-022-05206-8
https://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/984628.html[4] KoolBeens Cafe, „Hypothesis that Spike Genes have Patented DNA Sequences Could Have Dangerous Implications“, Dr. Mobeen Sayed, 07.04.2022, https://mobeensyedmd.substack.com/p/hypothesis-that-spike-genes-have
[5] DrBeen Medical Lectures, „Spike Genes Have Patented DNA Sequences. This is Dangerous.“, Dr. Mobeen Sayed, 25.02.2022, https://www.youtube.com/watch?v=zPoZTtruaB0
[6] World Health Organization, „WHO Director-General’s opening remarks at the media briefing on COVID-19 – 11 March 2020“, 11.03.2020, https://www.who.int/director-general/speeches/detail/who-director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing-on-covid-19—11-march-2020
[7] nature, „A pneumonia outbreak associated with a new coronavirus of probable bat origin“, 03.02.2020, https://www.nature.com/articles/s41586-020-2012-7
[8] Frontiers in Virology, „MSH3 Homology and Potential Recombination Link to SARS-CoV-2 Furin Cleavage Site“, Balamurali K. Ambati, Akhil Varshney, Kenneth Lundstrom, Giorgio Palu, Bruce D. Uhal, Vladimir N. Uversky, Adam M. Brufsky, 21.02.2022,
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fviro.2022.834808/full[9] ScienceDirect, Antiviral Research, „The spike glycoprotein of the new coronavirus 2019-nCoV contains a furin-like cleavage site absent in CoV of the same clade“, B.Coutard, C.Valle, X.de Lamballerie, B.Canard, N.G.Seidah, E.Decroly, April 2020,
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354220300528[10] National Library of Medicine, PMC PubMed Central, „The proximal origin of SARS-CoV-2″, Kristian G. Andersen, Andrew Rambaut, W. Ian Lipkin, Edward C. Holmes, Robert F. Garry, 17.03.2020,
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7095063/
https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9/figures/1[11] United States Patent, Bancel et al., Patent No.: 9,587,003 B2, Date of Patent: Mar. 7, 2017,
https://patentimages.storage.googleapis.com/01/6e/60/8951ab8f4118b5/US9587003.pdf[12] Igor’s Newsletter, „Where is CTCCTCGGCGGGCACGTAG in the Moderna Patent“, Igor Chudov, 24.02.2022,
https://igorchudov.substack.com/p/where-is-ctcctcggcgggcacgtag-in-the
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=598294[13] National Library of Medicine, Nucleotide, Sequence 11652 from patent US 9587003,
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/nuccore/KH664781.1[14] DNA reverse and complementary sequence generator,
https://bugaco.com/calculators/dna_reverse_complement.php[15] Wiley Online Library, „The genetic structure of SARS-CoV-2 does not rule out a laboratory origin“, Rossana Segreto,Yuri Deigin, 17.11.2020, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/bies.202000240
[16] National Library of Medicine, „The polybasic insert, the RBD of the SARS-CoV-2 spike protein, and the feline coronavirus – evolved or yet to evolve“, Anshul Budhraja, Sakshi Pandey, Srinivasaraghavan Kannan, Chandra S Verma, Prasanna Venkatraman, 25.03.2021,
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[18] National Library of Medicine, „Genetics of COVID-19“, Salmo Raskin, 07.10.2020,
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7539923/[19] in vivo, „On the Origin of SARS-CoV-2: Did Cell Culture Experiments Lead to Increased Virulence of the Progenitor Virus for Humans?“, Bernd Kaina, Mai 2021, https://iv.iiarjournals.org/content/35/3/1313
[20] bioRxiv, THE PREPRINT SERVER FOR BIOLOGY, „Endonuclease fingerprint indicates a synthetic origin of SARS-CoV-2“, Valentin Bruttel, Alex Washburne, Antonius VanDongen, 20.10.2022,
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2022.10.18.512756v1[21] BMC, Part of Springer Nature, „The receptor binding domain of SARS-CoV-2 spike protein is the result of an ancestral recombination between the bat-CoV RaTG13 and the pangolin-CoV MP789“, Alejandro Flores-Alanis, Luisa Sander-Miranda, Gabriela Delgrado, Alejandro Cravioto, Rosario Morales-Espinosa, 27.08.2020, https://bmcresnotes.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13104-020-05242-8/
[22] nature medicine, „The proximal origin of SARS-CoV-2“, Kristian G. Andersen, Andrew Rambaut, W. Ian Lipkin, Edward C. Holmes, Robert F. Garry, 17.03.2020, https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9
[23] Bulletin of the Atomic Scientists, „The origin of COVID: Did people or nature open Pandora’s box at Wuhan?“, Nicholas Wade, 05.05.2021, https://thebulletin.org/2021/05/the-origin-of-covid-did-people-or-nature-open-pandoras-box-at-wuhan/
[24] bioRxiv, THE PREPRINT SERVER FOR BIOLOGY, „Single source of pangolin CoVs with a near identical Spike RBD to SARS-CoV-2“, Yujia Alina Chan, Shing Hei Zhan, 23.10.2020,
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.07.07.184374v2.full[25] amazon.de, „Das Virus: Auf der Suche nach dem Ursprung von Covid-19“, Günter Theißen, 07.06.2022, https://www.amazon.de/Das-Virus-Suche-Ursprung-Covid-19/dp/3864893720
ACE2, ACE2-Rezeptoren, codon-optimiert, Corona, Coronaviren, DNA Reperatur, FCS, Fledermaus, Furin, Furin-Spaltstelle, Genom, Gesundheit, Immunabwehr, Immunsystem, Krebs, Moderna, MSH3, mutS-Homologs, Pangolin, RBD, Rezeptorbindungsdomäne, s1-Region, s2-Region, SARS-CoV-2, Spike-Protein, Stephane Bancel, US 9.587.003, Viren, Wuhan, Zwischenwirt
