The Personal Digital Twin

Do you want to live forever?

Selbstreflexion und die Suche nach der Essenz der eigenen Existenz sind zentrale Themen, die die Menschheit seit jeher beschäftigen. In der Philosophie wird die Frage „Wer bin ich?“ zu einem faszinierenden und komplexen Rätsel, das nicht nur unsere Identität, sondern auch die Grundlagen unseres Denkens und Seins erforscht. Wenn wir uns selbst betrachten, stoßen wir auf eine Vielzahl von Schichten, die von biologischen Faktoren über psychologische Prozesse bis hin zu sozialen Einflüssen reichen. Die Komplexität der Auseinandersetzung mit dieser grundlegenden Frage ist in der kurzen Lektion von Amy Adkins „Wer bin ich? Eine philosophische Untersuchung“ skizziert.

Laut Adkins könnte man diese Frage vielleicht auch mit „Ich bin ein Sagenheld, der ein mächtiges Schiff auf einer epischen Reise steuert“ beantworten.

Metaphorisch gesehen stellen die modernen Technologien der vierten industriellen Revolution ‚ein mächtiges Schiff‘ dar. Die Digitalisierung aller Aspekte unseres Alltags ist zum Megatrend geworden, das durchaus mit ‚einer epischen Reise‘ vergleichbar ist.

Die Beziehung zwischen Digitalisierung und Philosophie ist vielschichtig und betrifft verschiedene Aspekte der menschlichen Existenz, Gesellschaft und Ethik.

„Dadurch, dass die Digitalisierung die Gesellschaft durchwirkt wie keine andere Entwicklung bisher, stellt sich in Zukunft unter anderem immer mehr die Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Maschine und der Unterscheidung zwischen beidem. Auch greift die Annahme, eine Maschine oder technisches Gerät sei nur ein neutrales Hilfsmittel, zu kurz und kann im schlimmsten Fall verharmlosend sein, denn „es hat ein Eigenleben, das wir ihm eingebaut haben.“ Mit dem Philosophen Günter Anders lässt sich sagen, dass der Unterschied zwischen technischen und gesellschaftlichen Gebilden immer geringer wird, bis er irgendwann gänzlich hinfällig ist. Dennoch unterscheidet sich aber der Mensch immer noch von der Maschine vor allem durch den Geist.“  schreibt Thorina Lepak in Ihrem Beitrag Ethik und Mensch: Digitalisierung braucht Philosophie.

Die Digitalisierung beeinflusst unsere Identität auf verschiedene Weisen, sei es durch soziale Medien, die Verwaltung von persönlichen Daten oder die Schaffung digitaler Repräsentationen wie Digital Twins alias Digitale Zwillinge.

Laut dem Technologiekonzern THALES – Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group – bereiten sich 70 Prozent der Führungskräfte in der Technologiebranche darauf vor, in Digital Twin Technologien zu investieren. Aber was ist so toll an dieser Technologie?

Die Unternehmensberatung McKinsey beschreibt den Begriff „Digitaler Zwilling“ folgendermaßen:

„Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Darstellung eines physischen Objekts, einer Person oder eines Prozesses, kontextualisiert in einer digitalen Version seiner Umgebung. Digitale Zwillinge können einem Unternehmen dabei helfen, reale Situationen und deren Ergebnisse zu simulieren, um letztlich bessere Entscheidungen treffen zu können.“

Folgendes Beispiel dient der Veranschaulichung [Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group]:

Angenommen, im Fokus eines digitalen Zwillings steht eine Windkraftanlage, welche mit Sensoren ausgerüstet ist, um Informationen über den Energieertrag, die Temperatur, Vibrationen, Wetterbedingungen und ähnliche Parameter zu erfassen. Sobald diese Daten vorliegen, ermöglicht es der digitale Zwilling, Simulationen durchzuführen, um Leistungsprobleme zu analysieren und potenzielle Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Letztendlich können die gewonnenen Erkenntnisse auf die tatsächliche Turbine übertragen werden, um deren Leistung zu optimieren.

Dabei sind folgende wesentliche Digital Twin Technologiemerkmale zu betonen:

  • Ein digitaler Zwilling als vollständige Nachbildung, strebt danach, sämtliche Aspekte eines Systems detailgetreu nachzubilden.
  • Der digitale Zwilling ist auf einen wechselseitigen Informationsfluss mit dem zu emulierenden Objekt ausgelegt, wobei ein bidirektionaler Austausch von Echtzeitdaten erfolgt.
  • Digitale Zwillinge tragen dazu bei, das aktuelle Geschehen zu verstehen. Dadurch ermöglichen sie die Behebung von Problemen in Echtzeit und die Optimierung der Leistung des realen Objekts.

Heute haben sich Unternehmen in einer Vielzahl von Branchen für digitale Zwillinge entschieden, weil sie die Entwicklungszeiten verkürzen, die Kosten senken und die Effizienz steigern können. Digital Twin Technologie wird bereits in den folgenden Industriesegmenten eingesetzt [What is a digital twin? | IBM]:

  • Automobilindustrie,
  • Maschinenbau,
  • Energiesektor,
  • Produktionsprozesse,
  • Gesundheitswesen,
  • Urbane Planung.

Die THALES Experten stellen sich die rhetorische Frage:

„Wenn ein digitaler Zwilling erfolgreich eine Windturbine emulieren kann, kann er dann auch über den industriellen Kontext hinausgehen?“

Viele Experten sind überzeugt, dass diese Vision realisierbar ist, und tatsächlich arbeiten einige von ihnen bereits an äußerst ehrgeizigen Anwendungen. Die Einschätzung geht dahin, dass persönliche digitale Zwillinge bis zum Ende des Jahrzehnts zur alltäglichen Realität werden könnten – und dass dieser Fortschritt maßgeblich vom Gesundheitswesen vorangetrieben wird.

Der ehemalige CEO von General Electric, Bill Ruh, prognostiziert beispielsweise, dass jeder Mensch schon von Geburt an mit einem digitalen Zwilling ausgestattet sein wird. Dieser digitale Zwilling wird das individuelle Genom der Person nutzen, um personalisierte Behandlungsvorschläge zu unterbreiten, sobald Krankheiten auftreten. [Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group]

Das der Personal Digital Twin mehr als nur eine Vision ist, beweist die Tatsache, dass im Jahr 2020 die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Centre – JRC) der Europäischen Kommission das Projekt „MyDigitalTwin: Trusted Personal Digital Twins in a Transformed Society“ ins Leben gerufen hat. Die im Internet verfügbaren Informationen zu diesem Projekt sind spärlich. Unter diesem Link erhält man folgende allgemeine Informationen:

Das Projekt MyDigitalTwin (MyDT) zielt darauf ab, zu untersuchen, wie die schnell wachsende Generation persönlicher Daten über PDTs genutzt, überwacht und kontrolliert werden kann und welche Rolle PDTs beim Verständnis komplexer/schneller gesellschaftlicher Dynamiken spielen. Die Studie will die Herausforderungen im Zusammenhang mit Ethik und Datenschutz sowie die Möglichkeiten untersuchen, die bestehenden PDT-Rahmenwerke von einem Business-to-Customer (B2C)-Kontext auf einen Government-to-Citizen (G2C)-Kontext zu übertragen. Schließlich wird MyDT die Rolle der PDT für eine europäische e-Identität untersuchen.

Weitere Informationen zum Projekt MyDigitalTwin (MyDT) der EU-Kommission finden sich im eBook von Prof. Roberto Saracco mit dem Titel „Personal Digital Twins – A third evolution step of humankind?“ (Persönliche digitale Zwillinge – Eine dritte Evolutionsstufe für die Menschheit?). Prof. Saracco ist nicht nur einer der Vorsitzenden der IEEE Digital Reality Initiative, sondern auch aktiver Teilnehmer in der Expertenarbeitsgruppe des MyDT-Projektes.

Das MyDT-Projekt betrachtet Personal Digital Twins als einen neuen technologischen Vorteil, indem es ein digitales Ego für alle Bürger erschafft – ihr alternatives digitales Selbst.

Offensichtlich betrachtet die EU-Kommission die PDTs als ausgereift genug, um auf EU-Ebene in Erwägung gezogen zu werden. In ihrer Stellungnahme zur Frage, warum die EU sich nun mit PDTs befassen sollte, werden folgende Punkte vorgebracht:

  • Digitale Zwillinge sind ein grundlegendes Element der digitalen Transformation der Gesellschaft. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Virtualisierung, Datenerfassung und Vernetzung.
  • Die Covid-19 Pandemie hat das Volumen personenbezogener Daten weiter erhöht (heute im Exabyte-Bereich) und dadurch das Gefüge geschaffen, das den digitalen und physischen Raum durch das Muster des „digitalen Zwillings“ vereint.
  • Daten und ihre Fähigkeit, sowohl von Institutionen als auch von einzelnen Bürgern genutzt zu werden, sind unverzichtbar für die Strategien der grün/digitale Transformation und der Next Generation EU.

Das MyDT-Projekt ist eng mit mehreren Aktivitätsbereichen im EU-Rahmen verbunden. Dazu gehören der Datenfreifluss, die Europäische Datenbank, der KI-Regulierungsrahmen, die E-ID (elektronische Identität), BARDA, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Strategie des Grünen Deals.

Inwieweit soll der PDT die physische Person widerspiegeln?

Das hängt im Wesentlichen davon ab, was von dem PDT erwartet wird. Aktuell wird der Einsatz von PDTs im Gesundheitswesen propagiert. Ein PDT der so konzipiert ist, spiegelt physiologische Aspekte der Person mit einer Vielzahl von Details wider (Gewicht, Größe, Geschlecht, Herzschläge, Atemfrequenz, Stoffwechsel, usw.) und kann eine Vielzahl von weiteren gesundheitsbezogenen Daten enthalten (Genomsequenz, Allergien, Lebensumgebung, elterliche Pathologien, berufliche Risiken usw.).

Wie schnell dies in die Praxis mittlerweile umgesetzt werden kann, demonstriert dieses Werbevideo von dem „Forward CarePod™, the World’s First AI Doctor’s Office“ des US-Unternehmens GoForward.

Vor Kurzem stellte Google das MedLM vor, eine Reihe spezialisierter generativer KI-Modelle für das Gesundheitswesen. Laut Google entspricht die Leistungsfähigkeit dieser KI-Modelle dem Niveau eines Facharztes.

Mit dem Versprechen eines persönlichen 360 Grad Rundum Gesundheitsschutzes und das im 24/7 Modus 365 Tage im Jahr wird die Mehrheit der Bevölkerung freiwillig den ersten Schritt in Richtung PDT gehen. Der Sagenheld betritt das mächtige Schiff und die epische Reise beginnt.

Eine große Menge von persönlichen Datensätzen sind offensichtlich entscheidend für den Betrieb des PDT, ein PDT ohne Daten existiert nicht. Eine aktuelle Übersicht, wie diese Daten technologisch erhoben und weiterverarbeitet werden, liefert der Artikel „Die letzte Bastion – Der menschliche Körper als Technologieplattform“.

In dieser Konstellation ist die Vertrauensbasis zwischen der physischen Person und der Einrichtung, die die persönlichen Datensätze erhebt und verwaltet, essentiell.

Aus diesem Grund hat die EU eine Reihe von Richtlinien und Verordnungen zum Schutz von Daten erlassen. Die EU-Datenschutzverordnung (EU Data ACT) zielt darauf ab, mehr Daten für gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile verfügbar zu machen. Die DSGVO und das Daten-Gesetz können als Berücksichtigung entgegengesetzter Bedürfnisse betrachtet werden: Auf der einen Seite steht der Schutz und die Geheimhaltung von Daten, während auf der anderen Seite die Nutzung und die gemeinsame Nutzung von Daten im Fokus stehen.

Kenner des aktuellen Entwurfs des WHO-Pandemievertrags wissen, dass in der neuen Normalität der Begriff des persönlichen Gesundheitsschutzes untrennbar mit dem Schutz vor Pandemien verbunden ist. Wie PDTs bei der Bekämpfung einer Pandemie eingesetzt werden können und wie der Umgang mit persönlichen Daten aussieht, wird mit einfachen Worten von Prof. Saracco in diesem Videoausschnitt erklärt.

Excerpt from the Webinar „Digital Twins and Personal Digital Twins in Pandemic Monitoring and Control

In diesem Szenario tauscht der PDT gesundheitsrelevante Daten mit der physischen Person aus und mit den Gesundheitsbehörden alias der staatlichen Autorität. Die staatliche Autorität bestimmt, wie die jeweiligen Daten im Kontext des aktuellen Pandemiegeschehens behandelt werden sollen und welche Konsequenzen sich daraus für die physische Person ergeben. Erfahrungsgemäß werden bestimmte Verhaltensregeln staatlich verordnet. Solange die physische Person sich an diese Regeln hält, bleibt sie „anonym“, i.e. die Privatsphäre wird berücksichtigt. Die „Anonymität“ verschwindet, sobald sich die Person nicht an die staatlich definierten Regeln hält. (Es erfolgt ein Eingriff in die Privatsphäre). In dieser Konstellation wird die physische Person mit Hilfe des PDT im 24/7 Modus überwacht und gegebenenfalls konditioniert.

Die Ambitionen, eine physische Person durch PDTs widerzuspiegeln, reichen weit über den Gesundheitssektor hinaus. Wie weit kann und will man gehen?

Die Diskussionen im Rahmen des MyDT-Projektes der EU-Kommission werden in erster Linie von der bereits verfügbaren und weiterwachsenden „Datenlandschaft“ der physischen Person gelenkt. Diese ist in Abb.1 schematisch dargestellt.

Abb. 1: Die Datenlandschaft, die potenziell Teil des Personal Digital Twins sein kann. Bildquelle: Forum Virus Helsinki

Man beachte, dass nur ein kleiner Teil der Daten von der Person selbst generiert und erfasst werden (Selbstmessung). Die meisten Daten entstehen durch die Interaktion der Person mit ihrer Umgebung und werden von verschiedenen Institutionen erfasst.

In der Tat hinterlassen die meisten unserer Interaktionen mit Dritten heutzutage digitale Spuren, die einige der beteiligten Institutionen in ihren Kundendaten aufzeichnen. Beispielsweise beim Einkaufen im Supermarkt und online, bei Banktransaktionen, beim Ansehen von Filmen auf Netflix, bei der Buchung eines Hotels, beim Kauf von Zug- oder Flugtickets, beim Zugriff auf öffentliche Dienstleistungen oder beim Besuch eines Arztes. Inwieweit die resultierende digitale Spur für die Erstellung eines persönlichen digitalen Zwillings verwendet wird, hängt von der Komplexität der Analyseverfahren der bestehenden Datensätze ab. Mit Hilfe von KI-Modellen hat man bereits heute den Stand erreicht, in nahezu allen Bereichen ein umfassendes Profil unserer Person im Hintergrund zu erstellen. Dieses Profil kann zur Vorhersage zukünftiger Bedürfnisse verwendet werden und/oder dazu dienen, diese Bedürfnisse anzuregen oder zu steuern. Diese wachsende Raffinesse bei der Analyse und Verwaltung persönlicher Datensätze bringt uns dem Konzept eines digitalen Zwillings immer näher. Es handelt sich um einen „persönlichen“ digitalen Zwilling in dem Sinne, dass er unsere Person (Gewohnheiten, Geschichte, zukünftiges Verhalten) widerspiegelt, aber er ist nicht „persönlich“ in dem Sinne, dass er mir gehört – ich habe im Grunde keine Kontrolle über diesen Pseudo-Digitalzwilling. [Personal Digital Twins]

Eine Analyse des EU AI-ACT (EU-Verordnung zur Festlegung harmonisierter Regeln für künstliche Intelligenz) zeigt, dass die EU-Kommission den Einsatz von sogenannten Hochrisiko-KI-Systemen in fast allen Bereichen des Alltags voraussetzt. Damit sollen die Aktionen jedes Individuums engmaschig von KI-Systemen erfasst, überprüft und bewertet werden. Im Ergebnis wird dann mehr oder weniger über sein „Schicksal“ (Ausbildung, Beruflicher Werdegang, Zugang zu Dienstleistungen und finanziellen Mitteln, Bewegungsfreiheit, Rechtschutz, Strafverfolgung, usw.) entschieden.

Abb. 2: Einsatzgebiete von Hochrisiko-KI-Systemen. [Der AI-Act – wie die KI vertrauenswürdig wird]

Damit sollte die Frage „Wie weit kann und will man gehen?“ beantwortet sein.

Laut Prof. Roberto Saracco hat die Expertengruppe des MyDT-Projektes viele Anwendungen im Blick. Es besteht Einigkeit darüber, dass eine europäische Maßnahme die Akzeptanz und Verbreitung von PDTs fördern und ihre Nutzung als Teil des Internets der Menschen (IoP) im Gesundheitswesen unterstützen kann, einschließlich der Überwachung und Kontrolle von Epidemien. Dieser Bereich soll den Weg für Anwendungen in intelligenten Städten, E-Government usw. bereiten.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich bereits generierte PDTs unter der weitreichenden Kontrolle durch den jeweiligen Anbieter (mit seinen eigenen Interessen). Dennoch sind sie wichtig, da sie dazu beitragen werden:

  • Eine Kultur zu schaffen, in der das Smartphone als Erweiterung der Person genutzt wird;
  • Dienste über den PDT verfügbar zu machen;
  • Andere Unternehmen dazu anzuregen, ähnliche Dienste über einen PDT anzubieten.

Auf der einen Seite steuert diese Entwicklung auf die Koexistenz mehrerer (vieler) PDTs zu, was möglicherweise Verwirrung stiften kann. Auf der anderen Seite könnte sie Unternehmen dazu motivieren, einen integrierten PDT als Bündel bestehender, sektorenspezifischer PDTs für diese Person anzubieten.

Perspektivisch können wir annehmen, dass die vielen PDTs, die im Laufe der Zeit erstellt werden, um spezifische Aspekte einer Person darzustellen, sich zu einem aggregierten PDT vereinen werden. In den kommenden zehn Jahren und darüber hinaus, prophezeit Prof. Saracco, kann man davon ausgehen, dass jede Person einen digitalen Gegenpart haben wird – einen persönlichen digitalen Zwilling, der während der Schwangerschaft „geboren“ wird (indem Daten aus den Untersuchungen der Mutter gesammelt werden) und während des gesamten Lebens der Person weiter wächst. Dieser PDT wird die vollständige digitale Persönlichkeit repräsentieren und kann verwendet werden, um Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt und für vorab autorisierte Institutionen zu teilen, die die Erlaubnis (und Notwendigkeit) zum Zugriff haben, unter der Kontrolle der physischen Person. [Personal Digital Twins]

Erinnern wir uns daran, dass der digitale Zwilling auf einen wechselseitigen Informationsfluss mit dem zu emulierenden Objekt ausgelegt ist. Es erfolgt ein bidirektionaler Austausch von Daten. Er kann als eine Schnittstelle zwischen der physischen Person und diversen KI-Systemen betrachtet werden, die wiederum von privaten bzw. staatliche Institutionen betrieben bzw. kontrolliert werden. Einerseits werden die Daten, die zu der Generierung von PDTs erfasst werden, auch zum Trainieren und zur weiteren Entwicklung von KI-Systemen verwendet. Andererseits können KI-Systeme durch die Analyse und Verarbeitung dieser digitalen Repräsentation personalisierte Empfehlungen, Assistenz oder sogar Vorhersagen bereitstellen, die auf den individuellen Merkmalen und Verhaltensweisen einer Person basieren.

In Krisensituationen können PDTs zur „passiven Überwachung“ sowie zur „aktiven Konditionierung“ der physischen Person beitragen. Ein Beispiel diesbezüglich wurde in dem Videobeitrag von Prof. Saracco allgemeinverständlich veranschaulicht. Wenn einmal die Infrastruktur etabliert ist, kann sie an die jeweilige Krisensituation mit allen für das Individuum resultierenden Restriktionen und Konsequenzen zeitnah angepasst werden. Vergessen wir nicht, dass die nächste Dekade voller globaler Risiken ist.

Inwieweit PDTs in „Good Cop – Bad Cop” Szenarien eingesetzt werden, hängt in erster Linie vom Demokratieverständnis der staatlichen Machtinstitutionen ab. Einige, die hinter dem damaligen „eisernen Vorhang“ aufgewachsen sind, kennen den Spruch: „Man versteht, dass man in einer Diktatur lebt, wenn man dagegen ist“. Die Zukunft wird es zeigen.

Mit steigender Leistungsfähigkeit der KI-Systeme kann man erwarten, dass die Interaktionen zwischen dem PDT und der physischen Person in der Zukunft komplexer werden.

Ein Personal Digital Twin kann als Versuch betrachtet werden, die physische Identität in der digitalen Sphäre widerzuspiegeln. Er repräsentiert eine digitale Darstellung verschiedener Aspekte unseres Lebens, darunter persönliche Informationen, soziale Verbindungen und Verhaltensmuster. Durch diese komplexe Spiegelung (Selbstreflexion) ermöglicht es dem Individuum, zusätzliche Perspektiven bei der Auseinandersetzung mit der Frage ‚Wer bin ich?‘ zu gewinnen.

Wenn Personal Digital Twins für personalisierte Dienste und künstliche Intelligenz eingesetzt werden, entsteht eine tiefgreifende philosophische Frage bezüglich Autonomie und Selbstbestimmung. In welchem Maße können digitale Repräsentationen unser Verhalten vorhersagen oder beeinflussen, und inwiefern behalten wir die Kontrolle über unsere digitale Identität?

In der philosophischen Betrachtung gewinnen ethische Überlegungen zu Identität und Privatsphäre zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz von Personal Digital Twins wirft komplexe Fragen auf, die den Schutz persönlicher Daten, das Recht auf Privatsphäre und die ethische Verantwortung im Umgang mit digitalen Identitäten betreffen.

Philosophisch betrachtet wirft die Idee des Personal Digital Twin die Frage nach der Natur und den Grenzen des Selbst auf. Inwiefern vermag eine digitale Repräsentation unsere tatsächliche Identität zu erfassen? Die Schaffung eines Personal Digital Twin kann als Versuch interpretiert werden, das Selbst über die physische Realität hinaus zu erweitern, indem es digitalisiert und in Algorithmen übersetzt wird. Diese digitale Erweiterung des Selbst entspricht transhumanistischen Visionen.

Inwieweit es der EU-Kommission gelingt, Rahmenbedingungen für „Personal Digital Twin Governance“ zu etablieren, die die oben gelistete Komplexität einigermaßen abbildet, bleibt abzuwarten. Prof. Saracco äußert sich zu dem Thema wie folgt:

„Ich besitze keine Glaskugel, aber wenn ich eine Vorhersage treffen müsste, denke ich, dass die Entwicklung eher von unten nach oben erfolgen wird als umgekehrt. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Institution (wie die EU) die Evolution von PDTs vorschreiben und steuern wird. Es ist viel wahrscheinlicher, dass mehrere Unternehmen Dienstleistungen anbieten werden, die zur Schaffung/Annahme von PDTs für Menschen führen. Andere Unternehmen werden Werkzeuge bereitstellen, um fragmentierte PDTs in eine einzige Einheit zu integrieren, die mit einem allgemeinen Rahmen konform sein kann (dies könnte durch die Arbeit auf internationaler Standardisierungsebene entstehen), der einige Merkmale haben kann, die von einer Organisation wie der EU reguliert werden.“ [Personal Digital Twins]

Das scheint zweifellos ein vielversprechender Plan zu sein, nicht wahr? Aktuell lässt sich jedoch mit Sicherheit feststellen, dass der Weg zur „transzendenten Unsterblichkeit“ noch weitgehend unerforscht ist. Die Anfänge dieser Reise markieren Individuen, deren Daten durch Personal Digital Twins offengelegt werden. Diese Reise wird vermutlich nicht linear verlaufen, und es besteht die reale Gefahr, dass sie in den Stillstand eines „digitalen Gulags“ gerät. Der Personal Digital Twin wird voraussichtlich weiterhin als effektives technologisches Instrument dienen, das biopolitische Machttechniken nach dem Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“ durchsetzt.

Während wir kontinuierlich digitale Spuren hinterlassen, die von unseren Personal Digital Twins aufgezeichnet werden, könnte es sinnvoll sein, die traditionelle philosophische Frage „Wer bin ich?“ weiterhin auf herkömmliche Weise zu reflektieren.


Quellen (Stand vom 19.12.2023)

The Personal Digital Twin

Do you want to live forever?

Self-reflection and the quest for the essence of one’s own existence are central themes that have preoccupied humanity throughout history. In philosophy, the question „Who am I?” becomes a fascinating and complex puzzle that explores not only our identity but also the foundations of our thinking and being. When we contemplate ourselves, we encounter a multitude of layers, ranging from biological factors to psychological processes and social influences. The complexity of grappling with this fundamental question is outlined in the short lesson by Amy Adkins, „Who Am I? A Philosophical Inquiry”.

According to Adkins, this question could perhaps also be answered with „I am a legendary hero sailing a powerful ship on an epic journey”.

Metaphorically speaking, the modern technologies of the fourth industrial revolution represent a powerful ship. The digitization of all aspects of our daily lives has become a megatrend, comparable to an epic journey.

The relationship between digitization and philosophy is complex and involves various aspects of human existence, society, and ethics.

The fact that digitalization is impacting society like no other development to date means that, among other things, the question of the relationship between humans and machines and the distinction between the two will increasingly arise in the future. The assumption that a machine or technical device is merely a neutral aid also falls short and, in the worst case, can be trivializing, because „it has a life of its own that we have built into it.” In the words of philosopher Günter Anders, the difference between technical and social entities is becoming ever smaller until at some point it becomes completely obsolete. Nevertheless, the human being still differs from the machine primarily through the mind,”writes Thorina Lepak in her article Ethics and the Human Being: Digitalization requires Philosophy.

Digitization influences our identity in various ways, whether through social media, the management of personal data, or the creation of digital representations such as digital twins.

According to the technology company THALES – Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group – 70 percent of executives in the technology industry are preparing to invest in digital twin technologies. But what makes this technology so great?

The management consulting firm McKinsey describes the term „digital twin” as follows:

A digital twin is a digital representation of a physical object, person, or process, contextualized in a digital version of its environment. Digital twins can help an organization simulate real situations and their outcomes, ultimately allowing it to make better decisions.

The following example is provided for illustration purposes. [Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group]:

Assuming the focus of a digital twin is a wind turbine equipped with sensors to gather information on energy output, temperature, vibrations, weather conditions, and similar parameters. Once these data are available, the digital twin enables simulations to analyze performance issues and develop potential improvement suggestions. Ultimately, the insights gained can be applied to the actual turbine to optimize its performance.

The following key Digital Twin technology features should be emphasized:

  • A digital twin, as a complete replica, strives to reproduce all aspects of a system in detail.
  • The digital twin is designed for a two-way flow of information with the object to be emulated, whereby a bidirectional exchange of real-time data takes place.
  • Digital twins help to understand what is currently happening. This enables them to resolve problems in real time and optimize the performance of the real object.

Today, companies in a wide range of industries have opted for digital twins because they can shorten development times, reduce costs and increase efficiency. Digital twin technology is already being used in the following industry segments [What is a digital twin? | IBM]:

  • Automotive industry,
  • Mechanical engineering,
  • Energy sector,
  • Manufacturing operations,
  • Healthcare services,
  • Urban planning.

The THALES experts pose the rhetorical question:

If a digital twin can successfully emulate a wind turbine, can it eventually move beyond the industrial context?

Many experts are convinced that this vision is achievable, and indeed, some of them are already working on highly ambitious applications. The assessment suggests that personal digital twins could become an everyday reality by the end of the decade – with significant impetus coming from the healthcare sector. Former CEO of General Electric, Bill Ruh, for instance, predicts that every person will be equipped with a digital twin from birth. This digital twin will leverage the individual’s genome to provide personalized treatment recommendations as soon as diseases occur. [Digital twins: How virtual models are helping companies improve efficiency and cut costs | Thales Group]

The fact that the Personal Digital Twin is more than just a vision is demonstrated by the circumstance that in 2020, the European Commission’s Joint Research Center (JRC) launched the project „MyDigitalTwin: Trusted Personal Digital Twins in a Transformed Society”. The information available on the Internet about this project is sparse. This link provides the following general information:

MyDigitalTwin (MyDT) project aims to study how to utilize, supervise, and control the rapidly growing generation of personal data via PDTs, and PDT role in understanding complex/fast societal dynamics. The study wants to explore the challenges related to ethics and privacy, and the opportunities to move the existing PDT frameworks from a Business–to–Customer (B2C) to a Government–to–Citizen (G2C) context. Finally, MyDT will consider the PDT role for a European e–Identity.

Further information on the EU Commission’s MyDigitalTwin (MyDT) project can be found in the eBook by Prof. Roberto Saracco entitled „Personal Digital Twins – A third evolution step of humankind?”. Prof. Saracco is not only one of the chairs of the IEEE Digital Reality Initiative, but also an active participant in the expert working group of the MyDT project.

The MyDT project considers Personal Digital Twins as a new technological advantage by creating a digital persona for all citizens – their alternative digital self.

Apparently, the EU Commission considers PDTs to be mature enough to be considered at EU level. In its statement on why the EU should now consider PDTs, the following points are made:

  • Digital twins are a fundamental element of the digital transformation of society. They play a crucial role in virtualization, data collection, and connectivity.
  • The Covid-19 pandemic has further increased the volume of personal data (now in the exabyte range), thus creating the framework that unites the digital and physical space through the pattern of the „digital twin”.
  • Data and its ability to be utilized by both institutions and individual citizens are indispensable for the strategies of green/digital transformation and the Next Generation EU.

The MyDT-project is linked to various activity areas within the EU framework, such as the Data Free Flow, European Database, AI Regulatory Framework, e-Identity, BARDA, GDPR, Green Deal Strategy.

To what extent should the PDT reflect the physical person?

This essentially depends on what is expected from the PDT. Currently, the use of PDTs is advocated in healthcare. A PDT designed for such a purpose would reflect physiological aspects of the person with a multitude of details (weight, height, gender, heartbeats, respiratory rate, metabolism, etc.) and may encompass various other health-related data (genome sequence, allergies, living environment, parental pathologies, occupational risks, etc.).

This promotional video „Forward CarePod™, the World’s First AI Doctor’s Office” by the US company GoForward demonstrates how quickly this can now be implemented in practice.

Google recently unveiled MedLM, a series of specialized generative AI models for the healthcare sector. According to Google, the performance of these AI models is equivalent to that of a medical specialist.

With the promise of personal 360-degree comprehensive health protection around the clock, 365 days a year, the majority of the population will voluntarily take the first step towards a PDT. The legendary hero boards the powerful ship, and the epic journey begins.

A large amount of personal data sets are obviously crucial for the operation of the PDT; a PDT without data does not exist. The article „The last bastion – The human body as a technology platform” provides an up-to-date overview of how this data is collected and processed technologically.

In this constellation, the basis of trust between the natural person and the institution that collects and manages the personal data records is essential.

For this reason, the EU has issued a series of directives and regulations to protect data. The EU Data Protection Regulation (EU Data ACT) aims to make more data available for societal and economic benefits. The GDPR and the Data Act can be seen as addressing opposing needs: on one hand, the protection and confidentiality of data, while on the other, the focus is on the utilization and sharing of data.

Those familiar with the current draft of the WHO pandemic treaty will know that in the new normal, the concept of personal health protection is inextricably linked to protection against pandemics. How PDTs can be used in combating a pandemic and how personal data is handled is explained in simple terms by Prof. Saracco in this video excerpt.

Excerpt from the Webinar „Digital Twins and Personal Digital Twins in Pandemic Monitoring and Control

In this scenario, the PDT exchanges health-related data with the physical person and with the health authorities, aka the state authority. The state authority determines how the respective data should be handled in the context of the current pandemic and what consequences this has for the physical person. Typically, certain behavioral rules are mandated by the state. As long as the physical person adheres to these rules, they remain „anonymous”, i.e. their privacy is respected. „Anonymity” disappears when the person does not adhere to the state-defined rules (there is an intrusion into privacy). In this constellation, the physical person is monitored 24/7 with the help of the PDT and conditioned if necessary.

The ambitions to reflect a physical person through PDTs extend far beyond the healthcare sector. How far can and should one go?

The discussions within the framework of the EU Commission’s MyDT project are primarily guided by the already available and growing „data landscape” of the physical person. This is shown schematically in Fig. 1.

Fig. 1: The data landscape that can potentially be part of the personal digital twin.
Image source: Forum Virus Helsinki

Note that only a small portion of the data is generated and captured by the person themselves (self-measurement). Most data is generated through the person’s interaction with their environment and is collected by various institutions.

In fact, most of our interactions with third parties today leave digital traces that some of the institutions involved record in their customer data. For example, when shopping at the supermarket and online, conducting bank transactions, streaming movies on Netflix, booking a hotel, purchasing train or flight tickets, accessing public services, or visiting a doctor. The extent to which the resulting digital footprint is used for creating a personal digital twin depends on the complexity of the analysis methods applied to existing datasets. With the help of AI models, today we have reached the point where a comprehensive profile of our person is silently created in the background across almost all domains. This profile can be used to predict future needs and/or to stimulate or control these needs. This growing sophistication in analyzing and managing personal data sets brings us ever closer to the concept of a digital twin. It is a „personal” digital twin in the sense that it reflects who we are (habits, history, future behavior), but it is not „personal” in the sense that it belongs to me – I basically have no control over this pseudo digital twin. [Personal Digital Twins]

An analysis of the EU AI ACT (EU Regulation on establishing harmonized rules for artificial intelligence) reveals that the EU Commission envisions the deployment of so-called high-risk AI systems in almost all aspects of daily life. This aims to closely monitor, assess, and evaluate the actions of each individual through AI systems. Consequently, more or less, decisions about one’s „fate” (education, career, access to services and financial resources, freedom of movement, legal protection, law enforcement, etc.) will be determined.

Fig. 2: Application Areas of High-Risk AI Systems. [Der AI-Act – wie die KI vertrauenswürdig wird]

This should answer the question, „How far can and should one go?”

According to Prof. Roberto Saracco, the expert group of the MyDT project has a broad range of applications in mind. There is consensus that a European initiative can promote the acceptance and dissemination of PDTs, supporting their use as part of the Internet of People (IoP) in healthcare, including the monitoring and control of epidemics. This sector is intended to pave the way for applications in smart cities, e-government, and so on.

At the present time, already generated PDTs are under the extensive control of the respective provider (with its own interests). Nevertheless, they are important as they will contribute to:

  • Creating a culture where the smartphone is used as an extension of the person;
  • Making services available through the PDT;
  • Encouraging other companies to offer similar services via a PDT.

On one hand, this development is heading towards the coexistence of multiple PDTs, which could potentially cause confusion. On the other hand, it might motivate companies to offer an integrated PDT as a bundle of existing, sector-specific PDTs for that individual.

From a perspective, we can anticipate that the numerous PDTs created over time to represent specific aspects of an individual will converge into an aggregated PDT. In the coming decade and beyond, as predicted by Prof. Saracco, it is expected that each person will have a digital counterpart—a personal digital twin „born” during pregnancy (by collecting data from the mother’s examinations) and continuing to grow throughout the person’s entire life. This PDT will represent the complete digital personality and can be used to share data at a specific point in time and for pre-authorized institutions that have permission (and necessity) to access it, under the control of the physical person. [Personal Digital Twins]

Let’s recall that the digital twin is designed for a mutual flow of information with the object being emulated. There is a bidirectional exchange of data. It is functioning as an interface between the physical person and various AI systems, in turn operated or controlled by private or governmental institutions. On one hand, the data collected for generating PDTs is used for training and further development of AI systems. On the other hand, through the analysis and processing of this digital representation, AI systems can provide personalized recommendations, assistance, or even predictions based on the individual characteristics and behaviors of a person.

In crisis situations, PDTs can contribute to both „passive monitoring” and „active conditioning” of the physical person. An example of this was clearly illustrated in the video by Prof. Saracco. Once the infrastructure is established, it can be promptly adapted to the specific crisis situation, including all resulting restrictions and consequences for the individual. Let’s not forget that the next decade is full of global risks.

The extent to which PDTs are used in „Good Cop – Bad Cop” scenarios depends primarily on the state institutions‘ understanding of democracy. Some people who grew up behind the former „iron curtain” know the saying: „You understand that you are living in a dictatorship if you are against it”. The future will reveal it.

As the performance of AI systems increases, it can be expected that interactions between the PDT and the physical person will become more complex in the future.

A Personal Digital Twin can be seen as an attempt to reflect physical identity in the digital sphere. It represents a digital representation of various aspects of our lives, including personal information, social connections and behavioral patterns. Through this complex mirroring (self-reflection), it enables the individual to gain additional perspectives in addressing the question „Who am I?”

When personal digital twins are used for personalized services and artificial intelligence, a profound philosophical question arises regarding autonomy and self-determination. To what extent can digital representations predict or influence our behavior, and to what extent do we retain control over our digital identity?

In philosophical contemplation, ethical considerations regarding identity and privacy are gaining increasing significance. The use of Personal Digital Twins raises complex questions that pertain to the protection of personal data, the right to privacy, and the ethical responsibility in handling digital identities.

Philosophically, the concept of the Personal Digital Twin raises questions about the nature and limits of the self. To what extent can a digital representation capture our actual identity? The creation of a Personal Digital Twin can be interpreted as an attempt to extend the self beyond physical reality by digitizing and translating it into algorithms. This digital extension of the self aligns with transhumanist visions.

The extent to which the EU Commission succeeds in establishing a framework for „Personal Digital Twin Governance” that somewhat reflects the complexity listed above remains to be seen. Professor Saracco expresses his views on the matter as follows:

I do not have a crystal ball, but if I had to make a prediction, I think that the evolution will be bottom up rather than top down. It is unlikely that an institution (like the EU) will dictate and steer the evolution of PDTs. It is much more likely that several companies will offer services that result in the creation/adoption of PDTs of people. Other companies will provide tools to integrate fragmented PDTs into a single entity that can be compliant with a general framework (this one could well be the result of work at an international standardization level) that can have some characteristics regulated by a body such as the EU.“ [Personal Digital Twins]

That certainly seems like a promising plan, doesn’t it? At present, however, it is safe to say that the path to „transcendent immortality” is still largely unexplored. The beginnings of this journey are marked by individuals whose data is revealed through personal digital twins. This journey is unlikely to be linear, and there is a real danger that it will end up in the gridlock of a ‚digital gulag‘. The Personal Digital Twin is likely to continue to serve as an effective technological tool that enforces biopolitical power techniques on a ‚carrot and stick‘ basis.

While we continuously leave digital traces that are recorded by our personal digital twins, it might be useful to continue reflecting on the traditional philosophical question „Who am I?” in a conventional way.


Sources (as of 19.12.2023)